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Splitter statt Große Piraten und Tierschutzpartei punkten in Frankfurt

Bei der Wahlparty des Kunstvereins mit dem Frankfurter Beschwerdechor sind sich alle einig, dass das Ende der großen Volksparteien gekommen ist.

28.09.2009 00:09

Wahlabend ja, aber bitte bloß von keiner Partei: Das war Voraussetzung, sagt Michael Brinkman. So sind er, Helga Baltes und Helga Pruy zur Wahlparty des Kunstvereins mit dem Frankfurter Beschwerdechor gekommen. "Die Volksparteien haben sich erledigt." Das, sagt Brinkman, sei spätestens seit dieser Wahl klar. Und die Lust, sich die Nicht-Aussagen der beiden Großen anzuhören, habe sich schon weitaus länger erledigt. "Deshalb gehen auch immer weniger Leute zur Wahl", sagt Helga Baltes.

70 Prozent in Frankfurt - lächerlich. Dann schon lieber Splitterpartei, die nicht unbedingt alle unter "Protest" oder "Protestwähler" abtun ließen. Wie die Piratenpartei zum Beispiel, sagt Baltes. "Das sind ganz engagierte Leute, die was bewegen wollen und sich einiges einfallen lassen."

In Frankfurt hat ihnen das immerhin 2,5 Prozent der Stimmen eingetragen. Allen voran in Rödelheim, in der Innenstadt oder Sachsenhausen. Die Leute wollen konkrete Ansagen, was jemand will, was jemand nicht will und was man zu erwarten hat, sagen die Besucher der etwas anderen Wahlparty mit dem Beschwerdechor.

Womöglich ist das auch das Erfolgsrezept der Tierschutzpartei, die in Frankfurt immerhin noch ein Prozent der Stimmen erhält, während BüSo oder die marxistisch-leninistische Partei Deutschlands jeweils nur 0,1 Prozent einheimsen. Mit weniger als einem Prozent der Stimmen spielen auch die rechtsextremen Parteien Republikaner und NPD keine Rolle mehr, beide haben im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 nochmal verloren. "Zum Glück", sagen Baltes und ihre Begleiter.

Den Wahlsieg von Schwarz-Gelb in Berlin findet im Kunstverein aber offenbar auch niemand gut: Bei der Umfrage unter den rund 100 Besuchern, was das größte Übel wäre, antworten 48 Prozent: FDP. "Schwarz-Gelb, nö, wir wollen's sozial", steht auch auf einem Transparent, das gut 50 Jugendliche am späten Abend spontan auf dem Römerberg auspacken. Lange hochhalten können sie es nicht - die Polizei war zu schnell. (ana)

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