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Sparkasse Oberhessen Acht Millionen Euro veruntreut

1. UpdateDer Fall um Untreue eines Mitarbeiters der Sparkasse Oberhessen weitet sich aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann über die Jahre mehr als acht Millionen Euro abgezweigt haben.

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Das Logo der Sparkasse. Foto: imago stock&people

Der Untreue-Fall bei der Sparkasse Oberhessen in Friedberg hat größere Ausmaße als bislang bekannt. So soll der frühere Mitarbeiter die Sparkasse nach deren Angaben um 8,9 Millionen Euro betrogen haben. Am Anfang der Ermittlungen war noch von mehr als vier Millionen Euro. Wegen der Schadenshöhe und Fluchtgefahr sitzt der 44-Jährige laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen inzwischen in Untersuchungshaft. „Wir haben verwandtschaftliche Bezüge ins Ausland festgestellt“, so der Sprecher.

Laut „Bild“ hat er einen in Thailand lebenden Bruder. Man habe daher die Gefahr gesehen, dass er sich absetzt. Der Mann sei vergangenen Dienstag in seiner Heimatgemeinde Limeshain (Wetteraukreis) festgenommen worden. Gegen ihn wird wegen gewerbsmäßiger Untreue ermittelt. Der Mann habe die Taten „im Wesentlichen“ eingeräumt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Über vier Millionen seien gesichert worden. Wo die anderen rund vier Millionen sind, ist Gegenstand des Ermittlungsverfahrens.

In der Wetterau ist der Mann kein Unbekannter. In der 5600-Einwohner-Gemeinde Limeshain war er als Kommunalpolitiker aktiv. Er saß für die SPD in der Gemeindevertretung. Seit April 2016 war er gar Vorsitzender des Parlaments. Nachdem die Vorwürfe vergangenen Monat bekannt geworden waren, legte er den Vorsitz und sein Mandat nieder.

Jahrelang soll der Sparkassenmitarbeiter Geld für sich beiseite geschafft haben. „Dass er seinen Arbeitgeber über so lange Zeit betrügen konnte, lag an seiner großen, langjährigen Erfahrung und Insiderkenntnissen, an seiner hohen kriminellen Energie, sich zu bereichern, und daran, dass er das von Mitarbeitern in ihn gesetzte Vertrauen missbrauchte“, heißt es in einer Mitteilung der Sparkasse. Die vorhandenen Sicherungssysteme habe der Beschuldigte ausgehebelt und das Geld unbemerkt auf ein eigenes Konto bei einer anderen Bank umgeleitet. Ein Sprecher des Kreditinstituts sagte gestern auf Anfrage, man gehe weiterhin davon aus, dass Kunden der Sparkasse Oberhessen kein Schaden entstanden sei.

Vorgesetzter muss gehen

Die Sparkasse teilte mit, man habe außer der fristlosen Kündigung des Beschuldigten weitere personelle Konsequenzen ziehen müssen. So sei der direkte Vorgesetzte und Leiter des Bereichs Unternehmensentwicklung, der zugleich stellvertretendes Vorstandsmitglied ist, freigestellt worden; eine Mitarbeiterin muss die Bank verlassen, drei weitere Beschäftigte übernehmen andere Tätigkeiten innerhalb der Sparkasse. Überdies kündigte der Vorstand der Sparkasse an, die Sicherungssysteme auszubauen. Eine neue hausinterne Kontrollstelle sei bereits eingerichtet worden.

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