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Spalten um die Wette Deutschlands bester Holzfäller bereitet sich vor

Der 38-Jährige aus Winterberg im Sauerland ist Forstwirt. Und dreifacher Deutscher Meister und Europameister im Sportholzfällen.

26.07.2008 14:07
Deutschlands bester Holzfaeller bereitet sich auf Meisterschaft in Marburg vor
Dirk Braun - der amtierende deutsche Meister und Europameister im Sportholzfällen bei einer Timbersports Series Weltmeisterschaft in Oberstdorf. Foto: ddp

Marburg/Winterberg (ddp) - Jeden Nachmittag lässt Dirk Braun die Axt ins Holz krachen. Mit wuchtigen Schlägen hackt er einen Stamm in wenigen Sekunden durch. Der 38-Jährige aus Winterberg im Sauerland ist Forstwirt. Und dreifacher Deutscher Meister und Europameister im Sportholzfällen. Am 9. August, bei den Deutschen Meisterschaften in Marburg, will er den Titel verteidigen. 3000 Zuschauer werden erwartet.

Während der Arbeitszeit trainieren kann der Hüne aus dem Sauerland nicht. Äxte und Handsägen werden in der Forstwirtschaft schon lange nicht mehr verwendet. Dirk Braun fällt Buchen und Fichten in seiner Heimat nur mit der Motorsäge.

Aber sein Vater - auch er war Waldarbeiter - hat ihm von der Zeit erzählt, als die Bäume noch mit Muskelkraft aus dem Wald geholt wurden: "Mich fasziniert es, mit so nostalgischen Geräten zu arbeiten wie die alten Holzfäller", sagt Braun: "Vorher konnte ich mir nicht vorstellen, wie scharf so eine Axt ist."

Der zweifache Vater ist erst vor fünf Jahren zum Holzfäller-Sport gekommen, der traditionell aus den USA, Kanada und Neuseeland stammt. Damals wurden die Deutschen Meisterschaften in Winterberg ausgefochten. Die Veranstalter suchten noch einen Lokal-Matadoren im Starterfeld.

Und weil Dirk Braun in den 90er Jahren zweifacher Deutscher Meister im Bodybuilding war, sprach man ihn an. Der Forstwirt belegte auf Anhieb den sechsten Platz. 2005 wurde er erstmals Deutscher Meister, 2007 Europameister.

Zudem tritt er regelmäßig bei Showkämpfen auf. "Man braucht viel Leidenschaft, handwerkliches Geschick, Kraft und Ausdauer", erzählt Braun. Intensives Training gehöre auch dazu. Jeden Morgen steht er um fünf Uhr auf, um seine Kraftsport-Übungen zu absolvieren. Jeden Nachmittag wird Holz gehackt.

Um das Baumfällen zu simulieren, hat er eigens ein Podest im Garten aufgebaut, wo er an genormten Holzblöcken übt: "Zum Glück habe ich gute Nachbarn, die den Krach ertragen", sagt Braun. Jede Woche trainiert er normalerweise 10 bis 15 Stunden.

Nur in diesem Jahr ist er durch eine Armoperation und Rückenbeschwerden im Rückstand. Dabei trifft er bei der Deutschen Meisterschaft der "Stihl Timbersports Series" in Marburg auf die Elite der Sportholzfäller.

In sechs Disziplinen treten die Kandidaten mit Äxten und Sägen gegeneinander an. Ziel ist es, das Pappelholz so schnell und so exakt wie möglich durchzuschlagen. Gearbeitet wird aber nicht nur mit traditionellen, zwei Meter langen Einmannzugsägen, sondern auch mit der "Hot Saw".

Das ist eine hochgetunte, 27 Kilo schwere Riesensäge mit einem 62 PS starken Motor, deren Kette sich mit mehr als 240 Stundenkilometer dreht. Da nützt ihm die Arbeit mit den - allerdings nur sieben PS starken - Waldarbeitersägen dann doch etwas.

Jeder zweite Sportholzfäller kommt aus der Forstwirtschaft, auch sein härtester Gegner, der erst 23-jährige Robert Ebner aus der Rhön. Mit ihm hat sich Braun schon 2007 ein packendes Duell geliefert. Der Sieger dieses Jahres wird Deutschland im September bei den Europa-Meisterschaften in Österreich und bei den Weltmeisterschaften in Irland vertreten. D

ie Wettbewerbe um den Deutschen Meistertitel beginnen am Samstag, 9. August, um 14 Uhr im Marburger Georg-Gaßmann-Stadion. Schon ab 10.30 Uhr präsentieren junge Talente bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften ihr Können. Die Siegerehrung ist für 19 Uhr geplant. Der Eintritt ist frei.

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