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Sommer in Hessen Hitzealarm in Hessen

Hohe Temperaturen führen in Hessen zu erhöhten Ozonwerten und großer Waldbrandgefahr. Das Frankfurter Gesundheitsamt spricht eine Hitzewarnung aus. Am Donnerstag wird es in der Stadt 36 Grad heiß.

Hitze in Hessen
Kühles Nass von oben, wie hier an einem Brunnen in Frankfurt-Sachsenhausen, gibt es derzeit selten. Foto: Christoph Boeckheler

Der Sommer ist endgültig in Frankfurt angekommen – und geht mit einer Hitzewelle in seine Hochphase über. Extreme Trockenheit, tropische Nächte und hohe Temperaturen sind allerdings weder für Menschen, noch für die Natur ungefährlich. Im Gegenteil: Das Frankfurter Gesundheitsamt hat eine Hitzewarnung veröffentlicht, um auf die Risiken des sommerlichen Wetters für Körper und Kreislauf hinzuweisen. „Extrem heiße Temperaturen fordern dem Körper einiges ab und können gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben“, sagte Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen, die ebenfalls vor möglichen gesundheitlichen Schäden warnt. „Viele Menschen leiden unter der Auswirkung der Hitze, unter anderem mit Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsstörungen.“

Doch nicht nur die hohen Temperaturen können gefährlich sein. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie warnt vor einer erhöhten Ozonkonzentration. Am Dienstag teilte die Behörde mit, dass der Informationsschwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter (im Stundenmittelwert) am Montag in Hanau überschritten worden sei. Daher habe man sich mit der Meldung an die Öffentlichkeit gewandt, sagte ein Sprecher. Grund zur Panik besteht allerdings nicht: „Es ist noch nicht extrem im Moment“, betonte er. Zwar könne das Gas gesundheitsgefährdende Reizungen der Augen, Schleimhäute und Lungen hervorrufen, allerdings sei die Empfindlichkeit der Bevölkerung sehr unterschiedlich.

Die Alarmschwelle liegt bei 240 Mikrogramm pro Kubikmeter – eine Ozonkonzentration, die in den kommenden Tagen jedoch erreicht werden könnte. Denn die hohe Lichteinstrahlung in Kombination mit geringem Wind und wenig Bewölkung führe zum Anstieg des Ozongehalts in der Luft, warnte der Sprecher.

Auch der Natur macht die Schönwetterphase zu schaffen: Da es vermehrt zu Waldbränden kommen kann, hat das hessische Umweltministerium am Dienstagnachmittag die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. Aufgrund der Hitze und ausbleibender Niederschläge bestehe in großen Teilen Hessens hohe Waldbrandgefahr, warnte die Behörde.

Dass mit den hohen Temperaturen nicht zu spaßen ist, zeigt eine aktuelle Studie des Frankfurter Gesundheitsamts. Während einer Hitzewelle 2015 nahmen die Krankenhauseinweisungen in Frankfurt um mehr als ein Fünftel zu, die Zahl der typischen Hitzekrankheiten schoss in diesem Zeitraum sogar um mehr als 300 Prozent nach oben. „Bei Hitzewellen ist durchaus ein Anstieg von Todesfällen zu beobachten“, berichtet Ursel Heudorf vom Gesundheitsamt. Besonders gefährdet sind chronisch Kranke, Kleinkinder und ältere Menschen. Durch weniger Gesamtkörperwasser, ein vermindertes Durstgefühl und oftmals wasserausscheidende Medikamente hätten vor allem Mitbürger höheren Alters oftmals mit einem starken Flüssigkeitsverlust zu kämpfen, teilte die Landesärztekammer mit.

Allerdings sollten sich nicht nur die Risikogruppen in den nächsten Tagen vor der Hitze schützen, da die Temperaturen bis zu 36 Grad erreichen können. „Es ist keine Abkühlung in Sicht“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes auf FR-Anfrage. Zwar sei zum Wochenende hin mit Schauern und Gewittern zu rechnen, es bleibe allerdings auch im Laufe der nächsten Woche mindestens 30 Grad heiß.

Deswegen empfiehlt das Gesundheitsamt allen Bürgern, sich nach Möglichkeit in klimatisierten Räumen aufzuhalten und nur morgens und abends nach draußen zu gehen. Beim Aufenthalt im Freien sollte man sich mit leichter Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme schützen. Und natürlich: ganz viel Wasser trinken.

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