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Signalfarbe Rot Kein leichtes Pflaster

Stop and Go: Für Beides wird Rot in der Stadt als Signalfarbe eingesetzt. Auf der Friedberger Landstraße beschleunigen Autotofahrer oft, wenn die Ampeln schon auf Stopp stehen. Von Sandra Busch

Alles auf Halt: Lichtzeichen an der Friedberger Landstraße Foto: FR/Arnold

Schon wieder. "Und da kommt noch einer hinterher", ruft Susanne Meier und schimpft den vorbeirasenden Autofahrern auf der Friedberger Landstraße hinterher. 90 Sekunden später das gleiche Spiel: Die Auto-Ampel am Friedberger Platz schaltet auf Rot, ein Wagen aber flitzt noch in der ersten Rotsekunde über die Kreuzung. "Das passiert hier ständig", sagt die Anwohnerin am Straßenrand. "Ich sehe eigentlich fast jedes Mal ein Auto über Rot fahren."

Es ist 17.49 Uhr. An einem Wochentag. Auf der Friedberger Landstraße tost der Feierabendverkehr. Autokolonnen donnern über die Ausfallstraße. Wohl jeder will schnell nach Hause. "So schnell, dass bei Gelb noch mal extra aufs Gas gedrückt wird", ärgert sich auch Anwohner Theobald Wagner einige Meter weiter nördlich an der Ecke Friedberger und Vogelsbergstraße. "Und dann wird's eben oft Hellrot - aber Hauptsache noch drüber." Kein leichtes Pflaster daher für Fußgänger. "Ich gucke hier auch bei Grün ganz genau, ob auch auf jeder Spur alles steht", sagt Wagner.

Ortsbeirat fordert Abhilfe

Alle 90 Sekunden schalten die Ampeln tagsüber für Autofahrer auf Rot. Das sind 40 potentielle Gefahrenmomente für Fußgänger in der Stunde. Auch der fürs Nordend zuständige Ortsbeirat 3 sieht die Verkehrssituation auf der unteren Friedberger kritisch. Erst kürzlich stimmten die Lokalpolitiker mehrheitlich für eine Tempoüberwachung an der Ampel, Ecke Vogelsberg- und Friedberger.

In der jüngsten Sitzung war der Abschnitt zwischen Alleenring und Friedberger Platz erneut Thema: Autos fahren zu schnell, überfahren das Rotlicht, biegen ohne Rücksicht auf Fußgänger ab, stand in einem SPD-Antrag. Auch sei die Grünphase für Fußgänger extrem kurz. Um die Verkehrssituation zu entschärfen, schlug die SPD Verkehrskontrollen, Kameras, die Verlängerung der Grünphase für Fußgänger und Warnampeln für Autofahrer vor - und stieß damit auf einhellige Zustimmung im Ortsbeirat.

Was die Gemüter der Anwohner bewegt und die Lokalpolitiker beschäftigt, ist im Straßenverkehrsamt dagegen kein Thema. Bisher. "Der Abschnitt ist noch nicht auffällig gewesen", sagt Amtsleiter Ulrich Schöttler. Weder wegen zu hoher Geschwindigkeiten, noch wegen ständiger Rotlichtsünder. "Leider hat es sich aber in der ganzen Stadt bei Autofahrern eingebürgert, die erste Rotsekunde noch zu nutzen", sagt Schöttler.

Eine Disziplinlosigkeit der Autofahrer sei das. Eine, die zu Unfällen führen kann. Die untere Friedberger sei aber eben noch nicht als Unfallschwerpunkt aufgefallen, sagt Schöttler. Dazu würde sie erst, wenn dort drei gleichartige Unfälle in zwölf Monaten geschehen würden. Also drei Rotlichtfahrer-Unfälle. Oder drei Raser-Unfälle. Das wäre dann ausreichend Anlass für eine Überwachung. "Wir bekommen aber regelmäßig die Unfallzahlen gemeldet", sagt Schöttler. Die Friedberger war bisher nicht dabei.

Der Abschnitt zwischen Friedberger Platz und Alleenring wird nun aber trotzdem überprüft. Wegen der Anregung aus dem Ortsbeirat. Mit einer Überwachungskamera wird einige Tage lang die Geschwindigkeit der Autos aufgezeichnet. Um eventuelle Rotlichtsünder kümmert sich die Polizei. "Sie soll die Strecke demnächst mal häufiger kontrollieren", kündigt Schöttler an.

Können die Beamten dann in Zahlen festhalten, was Anwohner und Ortsbeiräte mit bloßem Auge zu erfassen glauben, dann hat das Konsequenzen. Blitzgeräte sind eine Variante. Aber eine teure. "An vielen Punkten hat schon ein besserer Strahlungseffekt geholfen", sagt Schöttler. Dafür werde die Rotlichtlampe vergrößert.

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