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Sicherheit in Hessen Polizei berät Kommunen

Randalierende Jugendliche, Trickbetrüger: Bad Homburg, Schwalbach, Hanau und Maintal werden als Modellkommunen für die neue Initiative „Kompass“ ausgewählt. Dabei geht es um Verbrechensbekämpfung.

Videoüberwachung
Im kommenden Jahr soll die Videoüberwachung am Schwalbacher Marktplatz noch ausgeweitet werden. Foto: Michael Schick

Durch Randale am Marktplatz und Angriffe auf Polizeibeamte ist die Main-Taunus-Kommune Schwalbach in diesem Jahr in die Schlagzeilen geraten. In Bad Homburg hingegen versuchen vermehrt Trickbetrüger als falsche Enkel oder Polizisten, vermögende Rentner um ihr Geld zu prellen. Sie seien in diesem Jahr zu einer regelrechten „Seuche“ geworden, sagt Stefan Müller, Leiter des Polizeipräsidiums Westhessen.

Gerade diese unterschiedlichen Voraussetzungen in Sachen Kriminalität haben laut Müller dazu geführt, dass Schwalbach und Bad Homburg gemeinsam mit Hanau und Maintal als Modellkommunen für die neue Initiative „Kompass“ ausgewählt worden sind. „Wir wollen, dass hessische Städte und Gemeinden Probleme vor Ort selbstständiger angehen und individuelle Lösungen entwickeln können“, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch bei der Präsentation des Projekts, das nach seiner Aussage bundesweit einmalig ist.

Der Schwerpunkt von „Kompass“ liege in der Prävention, betonte Beuth. Zentrales Verbindungsglied zwischen den Polizeipräsidien und den vier Modellkommunen wird der sogenannte „Kompass-Berater“ sein, ein Polizeibeamter, der zunächst gemeinsam mit den Behörden vor Ort eine Sicherheitsanalyse für die jeweilige Stadt oder Gemeinde erstellt. Dabei sollen auch bereits bestehende Programme und Verfahren unter die Lupe genommen und wenn nötig verändert werden. An dem Konzept mitwirken sollen laut Beuth nicht nur Polizeibeamte und Verwaltungsmitarbeiter, sondern „alle, die Aufgaben im Bereich der Sicherheit wahrnehmen“.

Und auch die Bürger sollen auf Bürgerversammlungen oder bei Ortsbegehungen mitreden können. Schließlich wisse niemand besser, wo in einer Kommune in Sachen Sicherheit der Schuh drückt, als die Menschen, die dort leben, sagt Landespolizeipräsident Udo Münch. Ziel sei es, Ideen und Maßnahmen zu entwickeln, mit denen die Sicherheit in dem jeweiligen Ort verbessert werden könne. Das könne eine aufwendige Videoüberwachung sein oder auch nur die Entscheidung, die Straßenlaternen eine Stunde länger brennen zu lassen, so Münch.

Das Erfahrungen in den vier Modellkommunen sollen wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Wenn sich „Kompass“ bewähre, soll es möglichst schnell auf alle 426 hessischen Städte und Gemeinden ausgeweitet werden, kündigte Peter Beuth an. Dafür weist das Innenministerium jetzt schon allen sieben Polizeipräsidien in Hessen jeweils zwei zusätzliche Stellen zu. Außerdem wird eine „Kompass“-Geschäftsstelle beim Landeskriminalamt eingerichtet, die ebenfalls mit zwei zusätzlichen Stellen ausgestattet wird. Hinzu kommen 30 weitere „Schutzmänner vor Ort“.

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