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Sexualkunde in Hessen Bündnis für Vielfalt statt Demo für alle

Um dem rechten Rand mit seiner "Demo für Alle" Paroli zu bieten, rufen SPD, Grüne und andere in Wiesbaden zu einer Demo „für Akzeptanz und Vielfalt“ auf.

Plakate wie diese waren auf der „Demo für Alle“ in Hannover zu sehen. In Wiesbaden wollen SPD, Grüne und andere Gruppierungen nicht den Rechten das Feld überlassen. (Archivbild) Foto: dpa

Selten einmal haben derart viele Gruppierungen zu einer Demonstration in Hessen aufgerufen wie jetzt am Sonntag in Wiesbaden. Mittlerweile stehen mehr als 80 Organisationen auf der Liste derjenigen, die „für Akzeptanz und Vielfalt“ und „gegen Diskriminierung und Ausgrenzung“ auf die Straße gehen.

Die Demonstration wird vom Verein „Warmes Wiesbaden“ koordiniert und reicht von der Landesschülervertretung über Aids-Hilfen bis zum Landesfrauenrat. „Wir stellen uns gegen gezielte Panikmache und erneuerte Vorurteile und werben für die Akzeptanz verschiedenster Lebensweisen“, sagt Manuel Wüst von „Warmes Wiesbaden“.

Aus der Politik sind die hessischen Grünen und die SPD mit ihren Landesverbänden am prominentesten vertreten, dazu mehrere Kreisverbände und die Jugendorganisation der Linken.

Der Landtag hatte den Lehrplan ohne Gegenstimmen unterstützt. Das Parlament begrüßte „jegliche Unterstützung“, die er außerhalb des Parlaments erhalte.

Die FDP ruft jedoch nicht zu der Demo auf. Aus der CDU haben lediglich die „Lesben und Schwulen in der Union“ (LSU) unterschrieben. Für die schwarz-grüne Landesregierung wird nach Wüsts Angaben ein Grüner bei der Kundgebung sprechen: Jo Dreiseitel, der Staatssekretär für Antidiskriminierung.

Dabei geht es den Demonstranten darum, die Verordnung eines CDU-Politikers zu verteidigen. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte zum Beginn des neuen Schuljahrs den Lehrplan Sexualerziehung verändert.

Nun wird darin die „Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen“ zu einem Ziel des Sexualkundeunterrichts erklärt. Im bisherigen Lehrplan war von „Toleranz“ die Rede gewesen.

Rechte, klerikale und konservative Gruppen, auch aus der CDU, nehmen das zum Anlass für Protest. Sie gehen am Sonntag in Wiesbaden als sogenannte „Demo für Alle“ auf die Straße.

Das mobilisiert ihre Gegner. „Unsere offene und freie Gesellschaft weiß, dass die Vielfalt ihre größte Stärke ist“, sagt der Grünen-Landesvorsitzende Kai Klose. „Deshalb kann diese ,Demo für Ausgrenzung‘ ihren Hass wieder mit nach Hause nehmen – rückstandsfrei.“

Blockaden angekündigt

Neben dem breiten Bündnis rufen auch linksradikale Gruppen zu Protesten auf. Ihr Ziel sei es, „möglichst nah an den Kundgebungsort zu gelangen und die ,Demo für Alle‘ durch Sitz- und Stehblockaden zu verhindern“, heißt es in ihrem Aufruf. Er ist von zwei Dutzend Initiativen unterzeichnet, darunter Antifa-Gruppen, No Border, No Fragida und die Partei Ökolinx.

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