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Schwalbach Limesstadion bleibt dicht

Ein neuer Bebauungsplan soll die Nutzung der mehr als 40 Jahre alten Sportanlage regeln. Bis er in Kraft tritt, muss eine Übergangslösung her.

Limesstadion, Schwalbach, Bild x von 6
Das Limesstadion in Schwalbach ist seit Herbst vergangenen Jahres geschlossen. Foto: Michael Schick (Michael Schick)

Sport wird im Limesstadion an der Wilhelm-Leuschner-Straße in Schwalbach schon seit einem halben Jahr nicht mehr getrieben. Vielleicht drehe hin und wieder ein Läufer auf der Bahn seine Runden, sagt Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD). Offiziell in Betrieb sei die Sportanlage aber nicht. Weder die Leichtathleten der Turngemeinde 1887 Schwalbach dürfen das Stadion momentan nutzen noch die Fußballer des FC Sportfreunde; geschweige denn die Cricketspieler des FC, die überhaupt erst für das Schlamassel rund um die mehr als 40 Jahre alte Sportanlage gesorgt haben.

Anwohner des Limesstadions hätten sich an den seit Frühsommer 2016 im Wochenrhythmus abgehaltenen Turnieren der Cricketspieler gestört, weiß Augsburger. Der FC habe die Anlage zu diesem Zweck seiner Cricketabteilung zur Verfügung gestellt. Gespielt worden sei an fast jedem Wochenede von 10 Uhr morgens bis in die frühen Abendstunden.

Gerade einmal durch einen Fußweg getrennt stünden neben dem Stadion Wohnhäuser. „Den Leuten dort ist der Lärm zu viel geworden“, schildert Augsburger. Als die Stadt das Stadion im Herbst schloss, um dringend notwendige Sanierungsarbeiten an der Tribüne durchzuführen, nutzten die Bürger die Gunst der Stunde, zogen vor das Verwaltungsgericht Frankfurt und erreichten einen Baustopp. Gleichzeitig wurde Klage gegen den Bebauungsplan für das Sportareal eingereicht. Mit Erfolg. Die Verwaltungsrichter erklärten den Plan wegen eines Verfahrensfehlers aus dem Jahr 1971 für ungültig.

Ein Licht- und ein Lärmgutachten für das Limesstadion hat die Stadt Schwalbach mittlerweile in Auftrag gegeben. Seit ein paar Wochen liegen die Ergebnisse vor. Dass die drei Lichtmasten, die entlang der Zielgeraden aufgestellt werden sollen, damit die Leichtathleten abends bei Flutlicht trainieren können, eine Belastung für die Anwohner darstellen, konnte auf diese Weise widerlegt werden.

Lärmfrage ist ungeklärt

Die Lärmfrage allerdings ist ungeklärt. Die Gutachter hätten dazu keine eindeutige Aussage getroffen, sagt Augsburger. Dies habe auch der Main-Taunus-Kreis als Baugenehmigungsbehörde bestätigt. Einziger Ausweg, um das Limesstadion in Zukunft rechtssicher als Sportanlage erhalten zu können, sei, einen neuen Bebauungsplan für das gesamte Sportgelände aufzustellen. „Darin“, so Augsburger, „müsste dann genau festgelegt werden, wie die Anlage genutzt werden kann.“ Die Beteiligung der Anwohner, der Bürger und der Mitglieder der Schwalbacher Sportvereine sei in dem Verfahren unverzichtbar.

Mit den Sanierungsarbeiten, für die 274 000 Euro im Haushalt eingestellt sind, wird es deshalb im Limesstadion fürs Erste nicht weitergehen. Geplant war, die baufällige Stadiontribüne abzubrechen. Sie verfügte weder über Handläufe noch über ein Geländer, die Sitzstufen hatten sich im Hang verschoben. Ersetzt werden sollte sie durch zwei Betonsitzreihen, eine davon barrierefrei, und durch eine Stehreihe. Die Anzahl der Plätze sollte von bisher 2000 auf 400 reduziert werden.

Der Magistrat hat die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren mit der Bezeichnung „Limesstadion“ bereits beschlossen. Bis der Plan in Kraft tritt, werde aber mindestens ein Jahr vergehen, sagt Augsburger. Um das Limes-stadion bis dahin wenigstens eingeschränkt nutzbar zu machen, lässt sich die Stadt nun von einem Fachanwalt für Bau- und Planungsrecht beraten. Ein erstes Gespräch habe bereits stattgefinden, berichtet Augsburger. Dass das Limesstadion am Ende überhaupt nicht mehr genutzt werden kann und abgerissen werden muss, schließt die Verwaltungschefin aus. Dass dort noch mal Cricket gespielt wird, sei aber ebenso unwahrscheinlich.

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