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Schulen Qualifizierte Lehrkräfte fehlen

Die Landesregierung verweist auf neu geschaffene Stellen, die Opposition beklagt Schönfärberei.

Einschulungsfeier
Für Armin Schwarz (CDU) ist der diesjährige Schulstart einer der erfolgreichsten in Hessen. Foto: dpa

Auf die positive Bilanz der schwarz-grünen Landesregierung zum Schulstart 2018 hat die Opposition im Hessischen Landtag mit harscher Kritik reagiert. SPD und FDP sprachen von Schönfärberei und einer Täuschung der Eltern und Lehrer in Hessen, die Linken-Abgeordnete Faulhaber nannte die Ausführungen einen „schlechten Witz“.

Der CDU-Abgeordnete Armin Schwarz hatte zuvor von einem der erfolgreichsten Schulstarts in Hessen gesprochen. Die Investitionen seien so hoch wie nie zuvor, über 1000 neue Lehrerstellen seien im vergangenen Jahr neu geschaffen worden, obwohl die Zahl der Schüler um 2000 zurückgegangen sei.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christoph Degen, kritisierte, dass die Landesregierung auch zwei Wochen nach dem Schulstart noch keine konkreten Zahlen dazu vorlegen könne, wie viele der Lehrerstellen auch tatsächlich besetzt seien. Nach wie vor klagten Schulen und Eltern über Unterrichtsausfälle. Zudem sei ein Zehntel der Lehrerstellen in Hessen von Menschen ohne Lehramtsstudium besetzt. Darunter leide die Qualität des Unterrichts. Degen und auch der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich nannten mehrere Beispiele von Schulen in Hessen, die zu Beginn des Schuljahres noch nach qualifiziertem Personal suchten oder Teile des Unterrichts an Lehramtsstudierende übergeben müssten. Greilich sagte zudem, Kultusminister Alexander Lorz (CDU) nehme die Überlastungsklagen von Lehrern nicht ernst. Die Stimmung an vielen Schulen sei „so schlecht wie nie“. Dagegen helfe auch das „Herunterbeten statistischer Daten“ nichts. 

Gabi Faulhaber von der Linken verwies auf eine von ihrer Fraktion in Auftrag gegebene Studie, nach der der Lehrkräftemangel weitaus größer sei, als das Kultusministerium zugebe. Zudem sei Hessen mit seinen Kapazitäten in der Lehrerausbildung nicht ausreichend auf den zu erwartenden Anstieg der Schülerzahlen bis 2030 vorbereitet.

Kultusminister Lorz räumte ein, es sei nicht einfach, alle Lehrerstellen zu besetzen. Dies sei jedoch kein hessisches Problem, vielmehr habe der allgemeine Fachkräftemangel „auch vor den Lehrern nicht haltgemacht“. Insgesamt sei die Lage aber deutlich besser als in anderen Bundesländern. Hessen stehe mit rund 54 000 Stellen für pädagogisches Personal sehr gut da, denn für die Grundversorgung an Unterricht würden bereits 38 000 Stellen ausreichen.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Mathias Wagner, forderte die Opposition auf, bei der Debatte um die Bildungspolitik nicht „schwarz-weiß“ zu zeichnen. Beides sei richtig: Die schwarz-grüne Landesregierung habe in den vergangenen fünf Jahren 4350 neue Stellen geschaffen, mehr als in den 30 Jahren zuvor. Allerdings werde die Arbeit der Schulen immer herausfordernder, die Schülerschaft vielfältiger. Es bleibe deswegen noch vieles zu tun. 

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