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Schulen in Hessen Mehr Geld allein hilft nicht

Für bessere Bildung an den Schulen in Hessen muss investiert werden. Ein Fachforum fragt nach dem Wo.

Schüler
Schüler im Klassenraum (Symbolfoto). Foto: Imago

Ja, wir brauchen mehr Geld für Bildung, sagt Hans-Peter Klös vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Der steigende Bedarf an frühkindlicher Bildung, die Digitalisierung an den Schulen, Zuwanderung und damit einhergehend die Zunahme der Zahl von Schülern mit Förderbedarf erforderten höhere Ausgaben. Hinzu kämen die nötige Stärkung von Berufsschulen, Investitionen in die Lehrerbildung und der Ausbau von Ganztagsschulen.

Am Montag trat Klös als Referent beim Bildungsforum der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) in Frankfurt auf, an dem auch die bildungspolitischen Sprecher von vier Landtagsfraktionen teilnahmen. Dass mehr Geld für Bildung ausgegeben werden soll, heiße allerdings nicht, dass mit höheren Ausgaben automatisch auch bessere Ergebnisse verbunden seien. Darin waren sich Klös und die Landtagspolitiker einig. Mathias Wagner (Grüne) verwies auf die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre in Hessen. 5000 zusätzliche Lehrerstellen seien in diesem Zeitraum geschaffen worden, kleinere Klassen, ein Sozialindex für besonders belastete Schulen. Es habe vier mal so viele Mittel für den Ausbau von Ganztagsangeboten gegeben sowie eine höhere Lehrerzuweisung für alle Schulen.

„Die Ergebnisse sind aber nicht so sprunghaft besser geworden, wie der Mitteleinsatz erhoffen ließe“, räumte Wagner ein. Für die Zukunft sei es nötig, die Förderung gezielter einzusetzen, etwa für Schulen mit einem vorbildlichen pädagogischen Konzept und solche Schulen, die besonders viel für die Inklusion und Integration täten.

Armin Schwarz (CDU) betonte, Hessen habe aufgrund der schwarz-grünen Bildungspolitik inzwischen an den Grundschulen mit knapp 14 Kindern je Lehrerstelle immerhin die drittkleinsten Klassen in Deutschland. Damit habe es sich in den vergangenen Jahren im Ländervergleich stark verbessert.

Nach Ansicht von Wolfgang Greilich (FDP) müssen die Bildungsausgaben „massiv steigen“. Vor allem für die Berufsschulen und die frühkindliche Bildung müsse mehr Geld ausgegeben werden. Allein für den letzteren Bereich liege der Bedarf bei 500 Millionen Euro.

Christoph Degen (SPD) sagte, man müsse anerkennen, dass der Bildungsetat in Hessen gestiegen sei. Allerdings sei auch der Anspruch an die Schulen etwa nach individueller Förderung sehr gewachsen, deshalb genügten die bisherigen Ausgaben nicht.

Eine der größten Baustellen sei die Lehrerausbildung, die kräftig ausgebaut werden müsse, vor allem mit den Anforderungen durch Inklusion und den nötigen Ausbau von Ganztagsschulen. Auch benötige man für die zunehmende Zahl von Seiteneinsteigern in den Lehrerberuf Kapazitäten für deren Fortbildung in pädagogischen Grundqualifikationen.

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