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Schule Schüler werden zu Buddys

Schüler sind für Schüler da: Das Buddy-Programm zum sozialen Lernen wird auf 43 Grundschulen in Hessen ausgeweitet.

Schüler engagieren sich als Streitschlichter-Buddys.

Buddy kommt aus dem Englischen und bedeutet Kumpel, Kamerad oder auch Freund. So steht es im Wörterbuch. Und Buddys gibt es mittlerweile an vielen hessischen Schulen. Beispielsweise an der Freiherr-vom-Schütz-Schule in Bad Camberg, einer Schule für Hörgeschädigte.

„Bei uns gab es in den Pausen immer wieder Reibereien, vor allem zwischen Schülern, die hören, und anderen, die nicht hören“, erzählt Förderschullehrerin Ursula Herting. Jetzt gibt es an der Freiherr-vom-Schütz-Schule „Pausen-Buddys“. Immer zwei Schüler oder Schülerinnen – einer hörend, der oder die andere nicht – sind auf dem Schulhof unterwegs und schlichten Streit, bevor er eskaliert. Sie tragen gelbe Signalwesten, damit man sie schnell findet, wenn man sie braucht.

Das Projekt gehört zum Buddy-Programm, an dem sich Hessen seit 2006 beteiligt. Ob Streitschlichter, Schülerpaten, Nachhilfe-, Lese- oder Cafeteria-Buddys: Mehr als 300 Projekte gibt es allein in Hessen, deutschlandweit sind es fast 3000. Allen gemein ist: Schüler sind für Schüler da, lernen miteinander, helfen sich gegenseitig und entwickeln die Projekte vor Ort selbst mit.

Eine der ersten hessischen Schulen, die sich an dem Programm beteiligt haben, ist die Deutschherrenschule in Frankfurt. „Unsere Erfahrungen sind sehr gut“, sagt Schulleiterin Johanna Ergh. An der Realschule gibt es eine Buddy-Nachhilfegruppe und Patenschaften älterer Schüler für jüngere, die diese bei Ausflügen mit der Klasse begleiten und ansprechbar bei Problemen sind.

Aufwand ist überschaubar

„Der Aufwand für uns als Lehrkräfte und Schulleitung hält sich in Grenzen“, berichtet Ergh. In der Startphase gibt es Fortbildungen für Lehrer, dafür müssen Lehrkräfte vom Unterricht zeitweise freigestellt werden. Danach entwickeln diese Lehrkräfte mit anderen sowie den Schülern und Schülerinnen selbst die Projekte, die in den Schulalltag eingehen. „Das ist für jede Schule machbar“, sagt Ergh. Wo nötig, begleiten die Experten des Buddy-Programms die Schulen über einen Zeitraum von bis zu acht Jahren. An der Deutschherrenschule ist Buddy inzwischen mit der Jugendhilfearbeit verknüpft, demnächst soll eine Streitschlichter-AG starten.

Jetzt soll es in Hessen noch mehr Buddys geben. Am Mittwoch startete in Wiesbaden mit einer Scheckübergabe die Ausweitung des Programms auf die Grundschulen. An 43 Schulen sollen demnächst Projekte starten. „Wir wollen dazu beitragen, Kinder und Jugendliche zu einem gesunden, gelungenen und selbstbestimmten Leben zu befähigen“, erläutert Buddy-Geschäftsführer Roman Rüdiger.

Möglich gemacht hat das die Initiative „Deutschland rundet auf“, bei der Kunden verschiedener Handelsketten bis zu zehn Cent durch Aufrunden des Rechnungsbetrags spenden können. 297 572 Euro sind so in zwei Monaten durch vier Millionen Kleinstspenden zusammengekommen, wie die Geschäftsführerin der Initiative, Nina Jäcker, berichtet. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) nahm den Scheck bei seinem ersten öffentlichen Auftritt dankend entgegen.

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