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Schülerforum Gemeinsam zur Energiewende

Bundesländer, Politik und Bürger müssen zusammenarbeiten, sonst kann dei Energiewende nicht gelingen. Zu diesem Schluss kommen drei Oberstufenschülerinnen aus Eschwege. Im Rahmen des Wettbewerbs "Präsentieren und gewinnen" haben sie sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ihr Vortrag vor Experten und Politikern überzeugte.

Jeder kann einen Beitrag zur Energiewende leisten, indem er beispielsweise auf Elektromobilität setzt. Foto: Rolf Oeser

Schafft Hessen die auf dem Energiegipfel vereinbarten Ziele? Wie sieht die Akzeptanz in der Bevölkerung aus? Der Strom aus erneuerbaren Energien soll gleichzeitig sicher und bezahlbar sein. Viele befürworten neue Wege der Energiegewinnung, doch was, wenn die Windräder vor der eigenen Haustür stehen? Kadisha Cleemann, Theresa Throm und Laura Oehler vom Beruflichen Gymnasium Eschwege haben festgestellt, dass es bis zur Energiewende noch ein weiter Weg ist. Laudator Tilman Wittershagen, Vorstand der Deutschen Bank in Frankfurt, lobte die Arbeit als außerordentlich gründlich und handwerklich gut umgesetzt.

Die Siegerinnen des Oberstufen-Wettbewerbs „Präsentieren und gewinnen“, ausgerichtet von der Frankfurter Rundschau gemeinsam mit der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände VhU und der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft, (LAG) haben ihren Wettbewerbsbeitrag nun vor einem äußerst fachkundigen Publikum öffentlich präsentiert. Im Publikum im Kasino der FR saßen Energieexperten mit Politikern und Verbandsvertretern beisammen.

Wichtig ist nicht nur das Bemühen der Politik, auch die Bevölkerung müsse hinter der Energiewende stehen, wurde in der Diskussion deutlich, die von LAG-Geschäftsführer Matthias Rust und FR-Redakteur Peter Hanack moderiert wurde. „Die Energiewende ist nicht nur eine technische Frage“, sagt Michael Schlecht vom Verein Umweltlernen Frankfurt. In den Köpfen der Menschen passiere viel zu wenig. Auch in den Schulen sollte das Thema stärker diskutiert werden.

Dass der Wille, Energie einzusparen, abgenommen habe, beobachtet auch Holger Techen, Professor an der FH Frankfurt bei seinen Studierenden. Doch das Sparen scheitere oft an Regularien, stellt Techen auch in seinem Alltag fest. In Frankfurt gebe es etwa knapp 35 Stromtankstellen, doch auf rund 34 von ihnen parkten normale Fahrzeuge. Beschränkungen von der Stadt, diese freizuhalten, gebe es nicht.

Ob die Ziele des hessischen Energiegipfels, bis zum Jahr 2050 Strom und Wärme möglichst zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, erreicht werden, sahen manche in der Runde skeptisch. „Wir sind aber auf einem guten Weg“, findet Angela Dorn, umweltpolitische Sprecherin der Grünen. Letztes Jahr seien viele neue Windkraftanlagen errichtet worden. Jedoch brauche es eine höhere Förderung vom Bund. „Eine Energiewende müssen alle Bundesländer gemeinsam tragen.“

Gerade in Ballungsräumen wie Frankfurt sei es schwierig, Flächen für etwa Windkraftwerke zu finden, sagt Ludger Stüve, Direktor des Regionalverbands. Das liege unter anderem am Flughafen und dessen Sicherheitsrichtlinien. Und die Zustimmung für erneuerbare Energie werde immer geringer, je länger die Atomreaktor-Katastrophe von Fukushima zurückliege. Viele Bürger plädierten zwar dafür, aber eben nicht vor ihrer Haustür. „Wir müssen etwas für die Akzeptanz tun.“

Nicht nur die Zustimmung der Menschen sei ein Problem der Umsetzung, sondern viele Restriktionen, sagt Fritz Gemmer von Renertec. Die Gesellschaft, die Windparks plant, baut und betreibt, konnte zuletzt drei Anlagen nicht errichten. Das größte Problem sei etwa das Bundesnaturschutzgesetz, dessen Bestimmungen einen Bau von Windkraftanlagen nahezu unmöglich machten, so Gemmer.

Erneuerbare Energien beinhalteten nicht nur Windkraftanlagen, sagt Techen. „Wir müssen weiterdenken, auch auf Privathaushalte gucken.“ Es gibt etwa Kleinkraftanlagen für den Bürger, die im direkten Wohnumfeld eingesetzt werden können. Ein wichtiger Punkt in Regionen wie dem Rhein-Main-Gebiet sei vor allem die Einsparung von Strom. Etwa durch Smart-Grids, intelligente Leitungssysteme, richtige Klimaanlagen oder Greenbuilding-Effekte bei Um- und Neubauten.

Doch dürfe man die konventionellen Energien nicht vergessen, sagt Michaela Schmidt-Schläger vom Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (LDEW). „Die brauchen wir auch.“ Beide Stränge müssten miteinander verknüpft werden.

Dass jeder einen Anfang beim Sparen machen kann, wurde den Schülerinnen bei ihrer Recherche zu ihrem Wettbewerbsbeitrag klar. Laura Oehler hat bei sich zu Hause begonnen. Der alte Kühlschrank im Keller frisst zu viel Strom, er muss nun raus.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schülerforen

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