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Schlag gegen Mafia in Offenbach Neun Camorra-Mitglieder erwischt

Nach großangelegten Razzien in Deutschland und Italien nimmt die Polizei neun Mafiosi der Camorra in Karlsruhe fest. In Offenbach wird Mafia-Gut sichergestellt: eine ganze Lagerhalle voll.

25.09.2009 18:09
In Karlsruhe und Offenbach findet eine konzertierte Aktion statt. Foto: dpa

Karlsruhe/Offenbach. Wegen millionenschweren Betrugs vor allem mit Stromgeneratoren sind neun Mitglieder des italienischen Clans der Camorra in Karlsruhe festgenommen worden. Vorausgegangen waren Razzien in ganz Deutschland und in Italien. Dabei wurden rund 500 Stromgeneratoren mit einem Schwarzmarktwert von etwa 1,5 Millionen Euro sichergestellt, 320 davon in einer Lagerhalle in Offenbach, wie die Polizei in der Lederstadt am Freitag mitteilte.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in der badischen Stadt berichteten, sind die festgenommenen Männer im Alter zwischen 32 und 61 Jahren fast ausschließlich Italiener aus der Führungs- und mittleren Ebene der Bande, die meisten mit Wohnsitz im Raum Karlsruhe.

Die aus Neapel stammenden Italiener sollen unter anderem minderwertige Stromgeneratoren zu überhöhten Preisen an den Mann gebracht haben. 14 der in Deutschland insgesamt 36 durchsuchten Wohnungen und Lagerräume liegen in Karlsruhe. Mit dem "großen Schlag gegen das international organisierte Verbrechen" sei nicht nur ein "blühender Handel mit minderwertigen Stromgeneratoren" gestoppt, sondern auch der Schattenwirtschaft der Camorra "ein empfindlichen Schlag" versetzt worden, teilte die Landespolizeidirektion Karlsruhe mit.

Den verhafteten Beschuldigten wird vorgeworfen, banden- und gewerbsmäßig betrogen zu haben. Die Bande soll seit zwei Jahren Tausende minderwertiger Stromaggregate, Wasserpumpen und Motorsägen aus China importiert und diese in Deutschland und Nachbarländern "mit immens hohen Gewinnspannen" verkauft haben: So seien Aggregate mit einem Wert von unter 50 Euro als angebliche hochwertige Musterware von Fachmessen mit bis zu 4000 Euro verkauft worden.

Gesteuert wurden die Geschäfte maßgeblich von Karlsruhe aus. Bei den Razzien wurden auch 600 Lederjacken und Anzüge - alles Fälschungen namhafter Hersteller - und 90.000 Euro sichergestellt, die aus den illegalen Geschäften stammen sollen.Die Betrüger hatten Kunden vor Einkaufszentren angesprochen oder die Ware Landwirten, Baufirmen und Festzeltbetreibern angedreht.

Letztere haben laut Polizei nun eventuell sogar Geräte, die "sich bei der Benutzung im schlimmsten Fall als lebensgefährlich erweisen" können. Nach Schätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) verursacht die von mafiosen Strukturen aus Italien praktizierte Produkt- und Markenpiraterie allein in Deutschland einen volkswirtschaftlichen Schaden von jährlich 30 Milliarden Euro. (dpa)

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