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Sana-Klinikum Offenbach Klinikum setzt Sanierung fort

Das private Offenbacher Sana-Klinikum steigert seinen Gewinn um 1,6 Millionen Euro. Um den Personalbedarf zu decken, hat es Pflegepersonal in Vietnam rekrutiert.

Offenbach
Das private Offenbacher Klinikum. Foto: Monika Müller

Mehr Patienten, mehr Mitarbeiter, mehr Umsatz und mehr Gewinn – der Geschäftsführer des privaten Offenbacher Klinikums, Sascha John, sieht das Haus auf einem guten Weg. „Es ist uns 2016 weiter gelungen, die Ausgaben zu reduzieren und gleichzeitig in die medizintechnische Ausstattung und in die Standortentwicklung des Geländes zu investieren“, so John gestern. Die Zahl der Ärzte ist in etwa gleich geblieben.

In den kommenden fünf bis sechs Jahren will das Unternehmen rund 80 Millionen Euro in den Ausbau investieren. Der bestehende Neubau soll um einen weiteren Trakt erweitert werden, es soll zu den bisherigen 16 zwei zusätzliche Operationssäle geben und die Psychiatrie soll einen Neubau bekommen.

Für die Verwaltung ist vor dem Nordeingang ein Neubau vorgesehen, das derzeitige Verwaltungsgebäude, das Reinhold-Latzke-Haus, wird abgerissen. An dieser Stelle – am Südausgang - wird ein Anbau ans Haupthaus und die Psychiatrie errichtet. Für die Psychiatrie hat das Land Hessen laut John bereits einen Zuschuss in Höhe von 8,5 Millionen Euro zugesagt. Geplant ist zudem eine zusätzliche Station mit 60 Betten in Modulbauweise.

Erweitert werden soll zudem der im Untergeschoss liegende Wirtschaftshof. Sind Apotheke, Warenlager und Fundbüro aus dem Altbau dorthin umgezogen, soll bis 2022 auch das ehemalige Haupthaus abgerissen werden. An seiner Stelle – vor dem Haupteingang – soll dann in einigen Jahren ein Park eingerichtet werden.

Derzeit keine offene Stellen

Das Krankenhaus der Maximalversorgung hat laut John 2016 einen Gewinn von 2,8 Millionen Euro gemacht, 2015 waren es 1,1 Millionen Euro. Den Umsatz habe sein Haus 2016 um gut 16 Millionen im Vergleich zu 2015 auf knapp 190 Millionen Euro gesteigert.

Diesen Zahlen liegt internationale Bilanzierung zugrunde. Nach der Rechnungslegung nach deutschem Recht werden Abschreibungen anders bewertet. Demnach hatte das Krankenhaus 2015 noch keinen Gewinn erzielt, sondern einen Fehlbedarf von knapp 800 000 Euro. Zahlen für 2016 nach deutschem Recht liegen bislang nicht vor.

Um den Personalbedarf in der Pflege zu decken, sei es auch nötig, ungewöhnliche Wege zu gehen, sagte der ärztliche Direktor des Klinikums, Norbert Rillinger. So habe das Klinikum 2016 in Vietnam Personal rekrutiert. Dort sei die pflegerische Ausbildung anders als in Deutschland akademisch.

Die 19 neuen Mitarbeiter, überwiegend junge und sehr motivierte Leute, hätten vor Vertragsunterzeichnung in Vietnam Deutsch gelernt. Zwei von ihnen seien inzwischen sprachlich so weit, dass sie auch auf der Intensivstation eingesetzt werden könnten. Offene Stellen gebe es derzeit nicht, so Rillinger. Bedarf beim Pflegepersonal sei aber immer da.

Das ehemals städtische Krankenhaus war 2013 unter dem Druck der Landesregierung an den Sana-Konzern verkauft worden, um eine drohende Insolvenz abzuwenden.

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