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Salafisten in Hessen Immer mehr Anfragen wegen Extremismus

Immer häufiger müssen Experten sich in Hessen mit Menschen beschäftigen, die in radikale islamistische Kreise abzurutschen drohen.

Extremismus
Salafistinnen in Hessen. Foto: Renate Hoyer

Die Berater, die Menschen Hilfe gegen ein Abrutschen in radikale islamistische Kreise oder beim Ausstieg aus der Szene anbieten, haben immer mehr zu tun. Die hessische Beratungsstelle „Religiöse Toleranz statt Extremismus“ griff allein im ersten Halbjahr 2017 deutlich häufiger ein als im gesamten Jahr 2016.

Das hat Innenminister Peter Beuth (CDU) in einer Antwort an den FDP-Abgeordneten Wolfgang Greilich mitgeteilt. Sie dreht sich um die Arbeit des „Violence Prevention Networks“ (VPN), das die Stelle im Auftrag des Landes betreibt. Sie bietet nach eigenen Angaben „Maßnahmen der Prävention, Intervention und Deradikalisierung als Antwort auf die allgemeine Hilflosigkeit im Umgang mit religiös begründetem Extremismus“ an.

Nach Beuths Angaben hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle von Januar bis Juni 2017 insgesamt 127 Direktkontakte mit Betroffenen, 110 mit Angehörigen und 103 mit Institutionen. Im gesamten Jahr 2016 waren es 114 Kontakte mit Betroffenen gewesen, 100 mit Angehörigen und 96 mit Institutionen. Dabei sind keine Beratungen erfasst, die sich auf ein Telefonat beschränken.

Die Nachfrage steigt Jahr für Jahr an, seit die Stelle 2014 gegründet wurde. VPN bietet den Angaben zufolge außerdem immer mehr Workshops und Fortbildungen zum Umgang mit Salafisten und zur Vorbeugung an. Im ersten Halbjahr 2017 waren es laut Innenministerium 52 Workshops und 41 Fortbildungen.

17 Menschen sind in Prävention und Deradikalisierung beschäftigt. 2016 waren es noch 15 Personen gewesen. Jene Mitarbeiter die mit Salafisten an der Deradikalisierung arbeiten, durchlaufen jedes Jahr eine Sicherheitsüberprüfung – damit an der Arbeit nicht selbst Extremisten beteiligt werden.

Der FDP-Abgeordnete Greilich zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung. VPN habe einen guten Namen und sei gut vernetzt. „Man muss genau hingucken, gerade in diesem Bereich.“ Das geschehe nach seinem Eindruck aber auch.

Beuth hatte mitgeteilt, dass die Arbeit der Beratungsstelle seit Mitte 2016 wissenschaftlich begleitet und überprüft werde. Mit Ergebnissen der Evaluation sei noch im Januar zu rechnen.

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