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Salafismus in Hessen Rhein will Netzwerk gegen Salafisten

Der hessische Innenminister Boris Rhein will im Kampf gegen radikale Salafisten eine Art Frühwarnsystem einrichten. Mit dessen Hilfe soll verhindert werden, dass Islamisten Schüler für den Krieg anwerben.

Innenminister Boris Rhein (CDU) warnt vor dem Einfluss von salafistischer Hasspropaganda auf junge Menschen in Hessen. Foto: dpa

Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) will seinen Amtskollegen in den Bundesländern vorschlagen, ein gemeinsames Netzwerk gegen radikale Salafisten zu gründen. Auf der an diesem Mittwoch in Osnabrück beginnenden Herbsttagung der Innenministerkonferenz wolle er seine Idee für ein „bundesweites Präventionskonzept“ unterbreiten, sagte Rhein.

Demnach sollten alle interessierten Länder und das Bundesinnenministerium beraten, wie man Jugendliche vor salafistischen Ideologen schützen und die Ausreise radikalisierter Islamisten ins Bürgerkriegsland Syrien stoppen könne. „Die kontinuierliche Präventionsarbeit ist neben der Repression eine wichtige Säule, um den radikalen Salafisten den Nährboden zu entziehen“, sagte Rhein. Ziel der Initiative solle vor allem die Vernetzung bestehender Konzepte sein.

Die gezielte Radikalisierung von Schülern und Jugendlichen durch salafistische Prediger beunruhigt die Sicherheitsbehörden schon länger. Rund 200 deutsche Salafisten, so schätzen die Behörden, sind mittlerweile nach Syrien gereist, um dort gegen die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad zu kämpfen – unter ihnen etwa 30 aus Hessen.

Radikalisierte Jugendliche

Die Lage in Syrien ist in der salafistischen Szene, die im Rhein-Main-Gebiet eine ihrer bundesweiten Hochburgen hat, seit Monaten das beherrschende Thema. Auch gemäßigte Salafisten, die auf Missionierung setzen und direkte Gewaltanwendung gegen „Ungläubige“ ablehnen, rufen zu Spenden und Hilfe für islamistische Gruppen in dem Land auf.

In Osnabrück will Rhein auch eine Analyse der Lebensläufe von 23 Salafisten vorstellen, die aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Syrien ausgereist sind. Diese waren demnach meist unter 25 Jahren und in Deutschland als Kinder von Migranten geboren. Die Ergebnisse der Analyse sollen zur Prävention genutzt werden.

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