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S-Bahn-Anschluss Station Mainkur wird Geschichte

Spätestens in sechs Jahren wird die S-Bahn-Station Mainkur ausgedient haben und soll dann vom neuen S-Bahnhof Fechenheim abgelöst werden. Zeitgleich geht die Nordmainische S-Bahn ans Netz. Von Andreas Müller

16.03.2010 00:03
Andreas Müller
Den Bahnhof Mainkur soll 2016 nicht mehr geben. Foto: FR/Kumpfmüller

Es gibt Entscheidungen, die einen Stadtteil nachhaltig verändern werden. Dazu zählt die Entscheidung, die András Makovi und Axel Werner aus dem städtischen Planungsamt am Montag im Ortsbeirat 11 vorgestellt haben. Sie wird den Bahnhof Mainkur Geschichte werden lassen.

Spätestens in sechs Jahren wird die alte Station ausgedient haben und vom neuen S-Bahnhof Fechenheim abgelöst werden. Sie wird etwas nördlich der Hanauer Landstraße entstehen. Der 210 Meter lange Bahnsteig verläuft parallel zur Hanauer zwischen der Cassellastraße und der noch zu verlängernden Ernst-Heinkel-Straße.

2016 soll der Bahnhof ans Netz gehen - mit der beabsichtigten Inbetriebnahme der Nordmainischen S-Bahn. Einschließlich der Vorplanungen sind die Kosten für die neue S-Bahnstation auf rund 23 Millionen Euro kalkuliert.

Einen wesentlichen Teil dieser Summe verschlingt der Bau einer neuen Straße, die von der Hanauer Landstraße - in Verlängerung der Ernst-Heinkel-Straße - bis zur Wächtersbacher Straße führen wird. Der Abschnitt zwischen Hanauer Landstraße und Orber Straße wird teilweise "tiefer gelegt", so dass er die Gleise unterquert.

Die Schranken am Bahnübergang werden wegfallen

In dieser Unterführung werden sich die Zugänge zum Bahnsteig befinden, zu dem man aus der Senke über Treppen und über Aufzüge hinaufgelangen wird. Ähnlich gestaltet sich der Zugang zum anderen Ende des Bahnsteigs in der Cassellastraße, die künftig ebenfalls die Gleise unterquert. Die oft kritisierten Schranken am Bahnübergang werden dann an dieser Stelle ebenso der Vergangenheit angehören wie die Nutzung der Straße durch den Pkw- und Lkw-Verkehr. Die Casellastraße soll nach dem Umbau ausschließlich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein, betonten die Planer András Makovi und Axel Werner. Der gesamte Autoverkehr wird durch die neu entstehende, verlängerte Ernst-Heinkel Straße rollen.

Dieser Lösung hatten die Stadtverordneten schon im Februar zugestimmt, als sie die Planungen für den neuen S-Bahnhof Fechenheim billigten. Diese Station der Nordmainischen Gesamtstrecke zwischen Konstabler Wache und Hanau hat dann die Haltestellen Danziger Platz/Ostbahnhof und Maintal zu Nachbarn.

"Aus stadtplanerischer Sicht", heißt es im Beschluss der Stadtverordneten, "wird mit der Straßenunterführung eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrsnetzes und eine Verringerung von Umwegfahrten erreicht." Autofahrer aus Riederwald könnten die Hanauer Landstraße leichter erreichen und die Verkehrsverhältnisse im Gewerbegebiet entlang der Wächtersbacher Straße würden "deutlich verbessert".

Im "11er" interessierte das Publikum vor allem, wie attraktiv der neue S-Bahnhof für Anwohner, Pendler und die 4500 Menschen ist, die im Industriegebiet Fechenheim-Nord arbeiten. Befremdlich fand man, dass Parkplätze fehlten. Solche "Nachrüstungen" seien allemal möglich, entgegneten die Planer.

Auch die Feinplanung für die Andienung der Buslinien existiere noch nicht, auch wenn die Fahrgäste vor allem per Bus zur neuen S-Bahnstation kommen sollen. Dazu habe das aktuelle Straßenbahnnetz "weiter Bestand", versicherte Makovi, während es eine U-Bahn für Fechenheim als Zubringer an der Hanauer Landstraße definitiv nicht geben werde.

Thomas Dorn (Die Grünen), mahnte attraktive Anschlüsse des öffentlichen Nahverkehrs für den neuen S-Bahnhof an. Das müsse "elementarer Bestandteil der Planung" sein und dürfe "nicht erst später" folgen, monierte Dorn.

Die Referenten verwiesen hier auf den "Termindruck". Ihre Vorschläge sollen Teil des Planfeststellungsverfahrens der Deutschen Bahn für das Gesamtprojekt sein. Es galt, schleunigst die städtische Grobplanung für den neuen S-Bahnhof in Fechenheim vorzulegen, um gegenüber der Bahn nicht "als Bremsklotz" für das Gesamtprojekt dazustehen.

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