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„Rund um den Kurpark“ in Bad Homburg Bergspezialist gewinnt Rennen

Das Rennen „Rund um den Kurpark“ in Bad Homburg fordert Profis und Hobbyrennradfahrer.

Radrennen
Auch jedermann kann an dem Rennen teilnehmen. Foto: Monika Müller

Mike Ludwig ist das Ding auch gefahren. Nicht nur einmal, mehrfach war er auf der Piste dabei beim Radrennen „Rund um den Kurpark“. Schlappe 1,6 Kilometer hat der Rundkurs und doch sei er auch für Profis eine „gewisse Herausforderung“, weiß der erfahrene Radler vom RSC Bad Homburg. „Nicht leicht, aber auch nicht superschwer“, für Mike Ludwig aber war immer klar: „Das passt net, das ist nicht meine Welt.“ Punkt. Irgendwas hinter Platz 20 war sein bestes Ergebnis, aber das ist schon lange her. Mike Ludwig ist 72, immer noch gestählt vom Radfahren und kennt sich bestens aus in der Szene. Gestern war er Streckenposten im Zielbereich.

„Allein ist man nichts, die Mannschaft ist alles.“ Kein Spruch von Ludwig, geprägt hat ihn einst der legendäre „Goldschmied“ Gustav Kilian, Übertrainer der deutschen Bahnradfahrer. Ludwig drückt die gleiche, Rennen für Rennen bestätigte Philosophie nur ein bisschen anders aus. Die Stars leben von ihren Wasserträgern. Rangordnung mit verteilten Aufgaben ist ein Prinzip, dem sich jeder aufstrebende Radrennfahrer unterordnen muss.

Beim Kurparkrennen sind die Topstars nur ein kleines Team. Emanuel Buchmann, der 24-jährige Bergspezialist, der bei der jüngsten Tour de France mit dem 15. Platz in der Gesamtwertung ein beachtenswertes Ergebnis eingefahren hat. So stark war schon lange kein Deutscher mehr.

Niklas Arndt war auch bei der Tour dabei, und Simon Geschke aus Berlin, erblich vorbelastet durch seinen Vater Jürgen Geschke, der einst Sprintweltmeister war, hat 2015 mal eine Etappe beim wichtigsten Rennen der Saison in Frankreich gewonnen. Frech drangehängt an das Trio hat sich der junge Amateur Felix Intra (22) aus Frankfurt. Radfans kennen natürlich seinen Vater Markus Intra, der auch kein Schlechter war. In dieser Reihenfolge kommen sie auch wieder vor der Wicker-Klinik in der Kaiser-Friedrich-Promenade an, nach 50 Runden mit ausschließlich Rechtskurven.

Der wirklich kleine Anstieg von der Spielbank in der Kisseleffstraße, am Steigenberger Hotel vorbei und dann auf der Promenade bis zum Ziel tut auch den Profis spätestens ab der 37. Runde bei ihrem Höllentempo richtig weh. Die Ortspolizei drückt die Augen zu, „das ist hier heute StVO-freie Zone“, sagt Bürgermeister Karl Heinz Krug. Locker mit Tempo 60 geht es den Schwedenpfad hinunter Richtung Paul-Ehrlich-Weg am unteren Kurpark. Am Ende sind alle 80 Kilometer in weniger als zwei Stunden gefahren.

Das Kurparkrennen ist immer auch ein Renntag für Jedermänner und Jederfrauen und vor allem für den Nachwuchs. Vom kleinen Vincent mit Startnummer 51 auf seinem Erstfahrrad bis zu ambitionierten Hobbyfahrern, die jedes Wochenende durchs Land tingeln. Ohne die 70 Helfer in gelben Westen am Wegesrand wäre das nicht zu stemmen, ohne den Einsatz des Bad Homburger Radsportclubs, ohne die Stadt und andere Sponsoren, die für die Antrittsprämien der Stars bürgen. Der kleine Thurau ist trotzdem nicht gekommen, der Sohn des legendären Didi Thurau, der auch für die 38. Auflage des Rennens annonciert war.

Seit Ludwig keine Rennen mehr fährt, ist er immer dabei. Auch wenn es nie sein Rennen war. Einmal nur, aber das war ein 24-Stunden-Mannschaftsfahren um den Kurpark. Acht Jungs, einer musste immer auf der Strecke sein. Ludwig wurde Zweiter mit seinem Team. Aber nicht im Trikot des RSC Bad Homburg, sondern in dem der Sossenheimer aus Frankfurt.

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