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Rödermark Sechs Stunden gratis in den Kindergarten

Die SPD Rödermark scheitert mit ihrem Änderungsantrag zur neuen Kita-Satzung. Die Eltern sparen trotzdem.

Kita
Rund 1000 Euro spart ein Elternpaar künftig für den Kindergartenbesuch des Sprösslings in Rödermark ein. Foto: Rolf Vennenbernd (dpa)

Fast hätte es geklappt mit der komplett kostenlosen Kita in Rödermark. Aber eben nur fast. Die SPD-Fraktion scheiterte in der Stadtverordnetenversammlung nämlich mit ihrem Änderungsantrag auf Gratis-Betreuung von der Krabbelgruppe bis zum Hort. Deshalb ist für die Eltern in Rödermark ab 1. August „nur“ der Halbtagsplatz für den Sprössling kostenlos – genau so wie in allen anderen hessischen Kommunen, da das Land die Kosten für täglich sechs Stunden Kindergartenbesuch übernimmt.

Doch auch mit den jetzt gefassten Beschlüssen können die Eltern von Kindergartenkindern in Rödermark gut leben: Im Gegensatz zur bisher geltenden Gebührensatzung sparen sie jeweils rund 100 Euro pro Kind – egal, ob Halbtags-, Zweidrittel- oder Ganztagsplatz. Das bedeutet mehr als 1000 Euro Entlastung pro Jahr.

Wäre es nach der SPD gegangen, hätte Rödermark dem Beispiel von Seligenstadt, Heusenstamm und Frankfurt folgen und den Zugang zu Kitas nun komplett unentgeltlich ermöglichen sollen. Das koste die Stadt jährlich 400 000 Euro mehr, errechnete Jochen Zeller, bildungspolitischer Sprecher der Partei. Die Erzieherinnen würden von der kompletten Beitragsfreiheit aber nichts halten, erklärte Erster Stadtrat Jörg Rotter (CDU). „Was nichts kostet, ist nichts wert“, habe er in der Leiterinnen-Runde erfahren.

Damit war das Thema aber noch nicht vom Tisch. Die Stadt mache mit der Kita-Pauschale vom Land einen Reibach, errechnete Norbert Schultheis (SPD). Jede Kommune erhalte vom Land eine Pauschale in Höhe von 135,60 Euro pro Monat und Kind. Nach Rödermark fließen demnach rund 1,8 Millionen Euro. Die Einnahmen aus den Gebühren für die Halbtagsplätze betrugen bisher aber rund 1,35 Millionen Euro. „Wir kommen unter dem Strich mit einem Plus davon, weil wir relativ niedrige Gebühren hatten und vom Land nun mehr erstattet bekommen“, stellte Samuel Diekmann (SPD) fest. Schultheis fragte: „Wieso können wir die 450 000 Euro nicht an die Eltern weitergeben?“ Wenn die Summe benutzt werde, um den städtischen Haushalt zu entlasten, sei das Geld falsch ausgegeben.

Die Stadt stopfe damit keine Haushaltslöcher, ärgerte sich Bürgermeister Roland Kern (AL/Grüne). Zum einen würden die verlängerten Betreuungszeiten die Personalkosten um rund 130 000 Euro steigen lassen, zum anderen kosteten die neuen Kindergartenplätze im Atrium an der Odenwaldstraße in Ober-Roden zusätzlich rund 400 000 Euro.

„Das Geld hätte man ausgeben können, um qualifiziertes Personal einzustellen“, meinte Rüdiger Werner (FDP). Weil teilweise Nicht-Fachkräfte die Betreuung übernähmen, würden Kinder in Kitas „aufbewahrt“.

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