Lade Inhalte...

Rödermark Kritik an erneuter Kandidatur

Die politischen Reaktionen auf den Rücktritt vom Rücktritt, den Bürgermeister Roland Kern (AL/Grüne) am Dienstagabend verkündet hatte, sind heftig.

Rödermarks Bürgermeister Roland Kern (AL/Grüne) will noch mal antreten und erntet dafür viel Kritik. (Archivbild) Foto: Monika Müller

Die überraschende erneute Kandidatur des Rödermärker Stadtoberhauptes Roland Kern – 2005 zum zweiten grünen Bürgermeister in Hessen gewählt – wird von den anderen Parteien heftig kritisiert. Der 69-Jährige hatte am Dienstagabend bekannt gegeben, dass er im Fall seiner Wiederwahl nur zwei Jahre und einen Monat im Amt bleiben und dann abdanken will (wir berichteten gestern).

CDU-Chefin Patricia Lips hält es für „ziemlich unredlich“ den Menschen und den anderen Parteien gegenüber, die Amtszeit auf gut zwei Jahre zu begrenzen. Die nächste Bürgermeisterwahl würde dann mit der Wahl des Ersten Stadtrats zusammenfallen. „Die Bürgermeisterwahl ist eine Bürgerwahl, die Stadtratswahl eine Parlamentswahl“, sagt sie, und plädiert für die bisherige Regelung. Demokratie lebe vom Wettbewerb. CDU-Mitbewerber Carsten Helfmann erklärt, er habe Kern in vergangenen zwölf Jahren als überparteilich angesehen. Umso mehr würden ihn jetzt seine parteipolitischen Spielchen überraschen.

Kern habe nicht das Wohl Rödermarks, sondern nur den Machterhalt von AL/Grünen in der Verwaltungsspitze im Auge, wettern die Freien Wähler. Fraktionsvorsitzender Peter Schröder spricht von einem „Demokratieverständnis nach Sonnenkönigart“. Mangels geeigneter Kandidaten beuge man das Wahlgesetz, indem man sich eine maßgeschneiderte Wahlperiode zurecht forme. Das sei der Inbegriff für Postengeschachere, das die Freien Wähler so hassen.

Die FDP lehnt sich weit aus dem Fenster: Jeder der drei anderen Kandidaten wäre als Bürgermeister für Rödermark besser als ein „Weiter so wie bisher“, sagt Parteivize Rüdiger Werner. Ein 69-jähriger Kandidat, der seit Jahren immer wieder verkünde, wie sehr er sich auf den Ruhestand freut, könne nicht erwarten, dass man ihm diese Kehrtwende so einfach abnimmt.

Der SPD-Vorsitzende Hidir Karademir hat mittlerweile den Eindruck, dass diese Bürgermeisterwahl zu einem „Komödienstadel erster Güte“ mutiert. Offenbar spiele einzig und allein der Machterhalt eine Rolle. Die Stadt und die Bürger würden nur noch eine untergeordnete Rolle einnehmen. ann

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum