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Rodgau Stark belastetes Brunnenwasser

86 Brunnenwasserproben hat der Verein VSR-Gewässerschutz untersucht. Jede fünfte wies zu viel Nitrat auf. Mit dem Trinkwasser hat das aber gar nichts zu tun.

In Rodgau ist das Wasser von jedem fünften Brunnen zu stark mit Nitrat belastet. Das hat der VSR-Gewässerschutz festgestellt, ein Verein, der in Geldern im nordrhein-westfälischen Kreis Kleve beheimatet ist. Hobbygärtner hatten im Mai bei einer Informationsveranstaltung in Rodgau ihre Brunnenwasserproben abgegeben. Bernd Petermann, Geschäftsführer des Zweckverbands Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO), vermutet aber, dass das Problem „hausgemacht“ ist, weil die Hobbygärtner ihre Pflanzen möglicherweise überdüngt haben. Der Regen bringt die Belastungen dann in den Boden und verunreinigt die Brunnen.

Insgesamt 86 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen die Mitarbeiter des VSR-Gewässerschutzes im Mai entgegen. Jetzt liegen die Messwerte aus dem Raum Rodgau vor. Wie der Verein in einer Pressemitteilung schreibt, lag die Nitratkonzentration in jeder fünften Probe über dem Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung, die bis zu 50 Milligramm Nitrat pro Liter erlaubt. Über diesen Wert hinaus ist das Wasser nicht mehr zum Trinken geeignet.

Den Spitzenwert stellten die Umweltschützer bei einem Brunnen in Jügesheim fest: 82 Milligramm Nitrat pro Liter. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen fanden sie in Nieder-Roden mit 67 Milligramm und in Eppertshausen, gleich hinter der Landkreisgrenze, mit 52 Milligramm pro Liter. Die hohen Belastungen seien wohl auf die intensive Landwirtschaft zurückzuführen, schreibt der Verein und rät dazu, mit solch belastetem Wasser ja keinen Fischteich zu befüllen, weil es zur Massenvermehrung von Algen und anschließend zum Fischsterben kommen könnte. Außerdem führe nitratbelastetes Wasser beim Bewässern zu einer zusätzlichen Düngung; der Hobbygärtner muss also aufpassen, dass er sein Gemüse nicht mit Stickstoff überdüngt.

Mit dem Trinkwasser haben die nun festgestellten überhöhten Werte aber gar nichts zu tun, erklärt Bernd Petermann. „Hausbrunnen sind oberflächennah“, erklärt er, „der ZWO dagegen fördert sein Wasser aus 40 bis 75 Metern Tiefe.“ Auf seinem Weg durch die verschiedenen Gesteins- und Sandschichten werde das Nitrat immer stärker bakteriell abgebaut – bei einem Meter Sickertiefe pro Jahr. Der ZWO betreibe allein in Jügesheim 40 Tiefbrunnen. Das Brunnenwasser werde zusammengemischt und weise dann eine Nitratkonzentration von elf bis 31 Milligramm pro Liter auf..

„Jeder, der einen Brunnen betreibt, muss wissen, dass das kein Trinkwasser ist“, sagt Petermann. Wer das Wasser trotzdem trinken wolle, müsse seine Proben eben bei einem akkreditierten Labor untersuchen lassen – oder beim Gesundheits- und Gefahrenabwehrzentrum des Kreises Offenbach.

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