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Rodgau Drei-Millionen-Marke geknackt

39 Teams und sieben Einzelstarter sind beim 24-Stunden-Benefizlauf für Behinderte dabei.

Teilnehmer
Fast 29.000 Runden drehten die Sportler am Wochenende. Foto: Frank Sommer

Fünf Minuten vor Mitternacht auf Sonntag ist beim Verein „Gemeinsam mit Behinderten“ die Freude groß: Die Sportler des 24-Stunden-Laufs in Dudenhofen haben 30 000 Euro angesammelt. Dadurch steigt die gesamte Spendensumme der vergangenen 36 Läufen auf drei Millionen Euro an.

Bis dahin war es aber eine Zitterpartie: Eigentlich hatte Lothar Mark, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, schon viel früher mit der dritten Million gerechnet. „Wir dachten alle, schon am Abend würde die Drei-Millionen-Marke geknackt“, sagt er, „aber am Samstag kamen die Spenden anfangs eher zäh.“ Das Ziel des Vereins, bei der diesjährigen Auflage des Benefizlaufs 100 000 Euro zu erreichen, schien in Gefahr. „Aber am Sonntag floss dann doch das Geld“, sagt Mark. Zum Ende des Laufs betrug das Spendenaufkommen 105 130 Euro, eine Stunde später kamen sogar noch 470 Euro hinzu.

Der Benefizlauf selbst war in diesem Jahr rekordverdächtig: 39 Teams und sieben Einzelstarter hatten sich angemeldet. Für Einzelläuferin Ariane Grigotait fanden sich sogar Spender, die für jede absolvierte Runde 25 Euro gaben. „So eine hohe Rundenspende hatten wir noch nie“, sagt Markt. 69 Runden schaffte Grigoteit für den guten Zweck.

Das Geld wird zur Hypothekentilgung des Hauses Emmanuel in Jügesheim, einer Wohngruppe für Behinderte, genutzt und fließt für Projekte in die Stiftung ein. Außerdem werde ein neues, behindertengerechtes Auto für die Vereinsarbeit benötigt.

Triathlon-Europameisterin gab den Startschuss zum Lauf und drehte im Rotary-Team in der Nacht ihre Runden. Mit über 9000 Kilometern hat Hikaro Takeo die weiteste Anreise: Der junge Mann aus Japan ist im Rahmen eines Schüleraustauschs zu Gast und beteiligt sich am Benefizlauf.

Ein Gewirr von Zelten steht auf der Rasenfläche des Sportplatzes in Dudenhofen, hier haben die Teams ihre Lager errichtet. Hochbetrieb herrscht im Versorgungszelt: Rund um die Uhr werden Läufer und Helfer verpflegt. Der Kaffee- und Tee-Ausschank ist das Reich von Hannelore und Josef Seibert, seit 19 Jahren engagieren die beiden sich beim 24-Stunden-Lauf. „Es gefällt uns einfach, wie sich die Sportler freuen, wenn wir ihnen etwas Gutes tun können“, sagt Hannelore Seibert. „Auf diese Weise danken wir ihnen, dass sie mitlaufen und für andere Geld sammeln“, sagt ihr Mann.

Auf Tischen liegen Berge von belegten Brötchen, Joghurtbechern oder Obst. Im Akkord schneidet Michaela Weber ganze Quadratmeter Blechkuchen klein. „Die sind alle gespendet“, sagt sie, „die Stimmung im Versorgungszelt ist jedes Jahr einfach toll.“

Viel zu tun ist auch im Infozelt: Stadionsprecher Matthias Ott gibt regelmäßig Zwischenstände bekannt, Marvin Kühne kassiert Spendenzusagen ein. Für den Live-Ticker im Internet ist Jessica Wanner zuständig, Oliver Bode überarbeitet währenddessen die Internetseite des Benefizlaufs.

„Es ist faszinierend, wie viele Menschen sich für den Lauf engagieren – aber ohne die Unterstützung unserer Familien ginge das gar nicht“, sagt Christian Goldmann, Vorsitzender von „Gemeinsam mit Behinderten“. Schließlich verbrächten die Helfer fast drei Tage, von Freitag bis Sonntag, auf dem Sportplatz.

Nach dem Lauf aber nähmen sich die Organisatoren eine Auszeit von sechs Wochen. „In der Zeit wird nicht vom Lauf geredet“, sagt der 41-Jährige, „und danach geht es wieder los: Der Lauf 2018 muss vorbereitet werden.“

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