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RMV Smart-Tarif soll günstiger werden

Der RMV-Aufsichtsrat fordert die Geschäftführung auf, eine Preissenkung für das Nachbarschaftsticket zu prüfen. Verbesserungen soll es auch beim Jobticket geben.

Am Smart-Tarif hat es Kritik gegeben. Foto: Renate Hoyer

Im Streit über die Zukunft des Tarifs RMV-Smart, der seit Juni getestet wird, hat der Aufsichtsrat des Rhein-Main-Verkehrsverbunds dessen Geschäftsführung nun gebeten, eine generelle Preissenkung zu prüfen. Die RMV-Geschäftsführung kündigte zudem an, dass Fahrgäste, die den ÖPNV häufiger nutzten, im Laufe des kommenden Jahres auf jede Fahrt einen spürbaren Rabatt erhalten sollten, der mit einem attraktiven monatlichen Grundbetrag gekoppelt sei.

Ziel sei es, den Tarif des Pilotversuchs, den inzwischen 9500 Kunden nutzten, weiterzuentwickeln und auch für weitere Zielgruppen, etwa die heutigen Zeitkartenkunden, attraktiv zu machen, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat am Mittwoch nach einer Sitzung des RMV-Aufsichtsrats im Frankfurter House of Logistics and Mobility am Flughafen.

Solche Nachbesserungen beim Nachbarschaftsticket hatte jüngst der Frankfurter Magistrat gefordert. Zuvor hatte der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sogar für das Aus des auf drei Jahre angelegten Tests geworben. Denn der Tarif für das Nachbarschaftsticket, das die Preissprünge zwischen Tarifgrenzen beenden soll, sei zu teuer, den Frankfurter Bürgern unzumutbar.

„Wir stimmen überein, dass eine Reform des RMV-Tarifs zur Abschwächung der Preissprünge an den Tarifgrenzen erforderlich ist“, sagte der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), RMV-Aufsichtsratschef, gestern. „Es darf dabei nicht zu Preissteigerungen kommen, sondern die Tarifsprünge müssen abgemildert werden“, stellte er jedoch klar.

Zur Idee des Nachbarschaftstickets und dem Zusammenrücken der Region stehe man aber unverändert. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Hochtaunus-Landrat Ulrich Krebs (CDU), wies darauf hin, dass es im derzeitigen Tarifversuch möglich sei, zwischen dem regulären Tarif und dem des Testversuchs zu wechseln. Anspruch sei es auch zukünftig zu vermeiden, dass Kunden benachteiligt würden, sagte er.

Nichts "verschlimmbessern"

Die Vorschläge für Verbesserungen am Smarttarif gingen in die richtige Richtung, sagte Wilfried Staub vom Fahrgastverband Pro Bahn am Mittwoch. Er wisse allerdings nicht, wie diese umgesetzt werden könnten. Es bestehe sogar die Gefahr, dass das Angebot „verschlimmbessert“ werde, sagte er der FR. Der Ansatz, die Tarifsprünge zu beseitigen, sei richtig. RMV-Smart sei aber schon jetzt sehr kompliziert. So gebe es etwa für eine Fahrt von Königstein nach Frankfurt fünf mögliche Preise.

Der Aufsichtsrat brachte drei weitere Veränderungen auf den Weg. So sollen künftig auch Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten ein Jobticket des RMV für ihre Beschäftigten abschließen können. Bisher hatten nur Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten diese Möglichkeit. Firmen sollen im Laufe des ersten Halbjahrs 2017 zudem schon ab der Abnahme von zehn persönlichen Jahreskarten einen Großkundenrabatt in Anspruch nehmen können. Die Jahreskarten sollen überdies um zehn Prozent günstiger werden.

Mit den neuen Vereinfachungen werde es gelingen, noch mehr Unternehmen für das Jobticket als umweltfreundliche und effiziente Alternative zum Auto zu begeistern, sagte Aufsichtsratschef Feldmann. Bisher können mehr als 200.000 Beschäftigte von mehr als 200 Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet das Jobticket nutzen.

Vereinfachung für Schüler

Vereinfacht werde, wie der RMV mitteilt, auch der Kauf von Schülerfahrkarten. Bislang müssen Schülerinnen und Schüler dafür vom 15. Lebensjahr an eine Bescheinigung der Schule vorweisen. Künftig soll dieser Nachweis erst ab dem 18. Lebensjahr notwendig sein. Bis dahin reiche ein Altersnachweis. Mit dieser Veränderung komme der RMV einem Wunsch vieler Schulen und Eltern nach, heißt es.

Eine dritte Neuerung betrifft das Hessen-Ticket. Dieses wird etwas ausgeweitet. Bislang konnten Kunden dieses für Fahrten an Werktagen, die frühestens um 9 Uhr beginnen, nutzen sowie ganztags an den Wochenenden und Feiertagen. Schon in diesem Jahr soll diese Feiertagsregelung erstmals auch an Heiligabend und Silvester gelten.

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