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RMV Fahrpreise Preiserhöhung verärgert Kunden

Am Sonntag steigen die Fahrpreise des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Für Kritiker ist der Anstieg viel zu hoch, das Preissystem voller Brüche. RMV-Kunden können die Tarife oft nicht nachvollziehen.

RMV-Kunden müssen von Sonntag an tiefer in die Tasche greifen, wenn sie Tickets lösen. Foto: dapd

Am Sonntag steigen die Fahrpreise des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Für Kritiker ist der Anstieg viel zu hoch, das Preissystem voller Brüche. RMV-Kunden können die Tarife oft nicht nachvollziehen.

Nikolaus fährt heute ICE. Am Donnerstagmorgen waren es gleich einige Hundert, die aus dem Hochgeschwindigkeitszug stiegen und sich mit Jutesäcken voller Schokolade unter die Pendler mischten, um für einen Werbefilm der Bahn zu posieren. Obwohl sie auch Schoko-Nikoläuse dabeihatten, wird es die richtige Bescherung für die RMV-Kunden erst am Sonntag geben.

Dann steigen die Fahrpreise um durchschnittlich 3,9 Prozent an. Für mobile Senioren bietet der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) eine Jahreskarte mit erster Klasse und weiteren Extras an. Bei Pro Bahn Hessen kommen die Preisaufschläge sowie das neue Seniorenticket überhaupt nicht gut an. Die „Rentnerkarte“, sagt Pro-Bahn-Sprecher Wilfried Staub, sei zwar eine langjährige Forderung des Fahrgastverbands. Sie sei auch besser als das 9-Uhr-Ticket – weil man damit zeitlich früher reisen kann, immer in der ersten Klasse, am Wochenende sogar im gesamten Verbundgebiet. Doch „unverständlich“ sei, dass die Altersbegrenzung nicht, wie in Hessen üblich, bei 60 Jahren liege. Und dies ist nur einer der Kritikpunkte, die der Fahrgastverband anlässlich der ab kommenden Sonntag geltenden Fahrpreissteigerung anführt.

Besonders hart würden die Erhöhungen die Bevölkerung auf dem Land treffen, die keine Einkaufsmöglichkeit im Ort habe. Die müsse für innerörtliche Fahrten bis zu sechs Prozent mehr bezahlen, hat der Pro-Bahn-Sprecher ausgerechnet. Dass es auch anders gehe, zeigten die Beispiele Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und Mainz. Deren Vertreter hätten im Aufsichtsrat erfolgreich auf moderateren Aufschlägen bestanden. In allen vier Städten wird das Einzelticket um zehn Cent teurer. Die Tageskarte kostet 20 Cent mehr, für Frankfurt bedeutet das 6,40 Euro.

RMV-Sprecher Peter Vollmer begründet die 65er-Altersgrenze damit, dass nicht eine bestimmte Generation „beglückt“ werden solle. Vielmehr gehe es darum, neue Kunden zu gewinnen, die Einnahmen zu erhöhen. Eine Marktforschung habe ergeben, dass dies in dieser Altersgruppe möglich sei.

Offen zeigt sich Vollmer für die Forderung des Fahrgastlobbyisten, die Gültigkeit der Jahreskarte für Schüler und Auszubildende (CleverCard) auf das jeweilige gesamte Kreisgebiet auszuweiten. Im Rheingau-Taunus, Fulda und Vogelsberg werde damit erfolgreich experimentiert. Nun gelte es, auch bei anderen lokalen Nahverkehrsorganisationen im RMV-Gebiet für diese Idee zu werben. „Da sind wir dran.“

In Arbeit sei auch weiterhin ein „modernes Tarifsystem“, das die großen Preissprünge zwischen den einzelnen Städten abschaffe. Zum Fahrplanwechsel in einem Jahr soll es losgehen: Mit einem gerechteren Tarif für die Fahrt von Frankfurt nach Offenbach.

Derzeit sind die Preise oft nicht nachvollziehbar, was Kunden immer wieder beklagen. So kostet etwa die neunminütige Busfahrt von Frankfurt-Fechenheim zum Offenbacher Rathaus künftig 4,25 Euro. Für die 45 Minuten dauernde Fahrt mit Tram und S-Bahn von Fechenheim zum Bahnhof in Höchst zahlt der Fahrgast jedoch demnächst 2,60 Euro.

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