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Rheingaulinie Niddertalbahn Wie die Ölsardinen

Reisende, die die Rheingaulinie oder Niddertalbahn nutzen, sind über den Service verärgert. Sitzplätze in Zügen der Rheingaulinie sind Mangelware. Noch größer sind die Beschwerden der Nutzer der Niddertalbahn. Der Einstieg ist an einigen Bahnsteigen für Senioren unüberwindbar

Im Zug der Rheingaulinie gibt es weniger Platz. Foto: Renate Hoyer

Reisende, die die Rheingaulinie oder Niddertalbahn nutzen, sind über den Service verärgert. Sitzplätze in Zügen der Rheingaulinie sind Mangelware. Noch größer sind die Beschwerden der Nutzer der Niddertalbahn. Der Einstieg ist an einigen Bahnsteigen für Senioren unüberwindbar

Wenn Klaus Gabbert morgens um 8.53 Uhr von Frankfurt nach Wiesbaden zur Arbeit fährt, dann fühlt er sich wie eine Ölsardine in der Büchse: Sitzplätze sind Mangelware. Denn sein Zug der Rheingaulinie ist nur noch halb so lang wie vor dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember.

Noch größer sind die Beschwerden der Nutzer der Niddertalbahn, Stockheimer Lieschen genannt. Die Linie führt von Frankfurt über Bad Vilbel, Schöneck und Nidderau nach Glauburg. Bisher verkehrten dort Doppelstockwagen der Deutschen Bahn. Nun sitzen die Reisenden zwar in schönen, nagelneuen, mehrgliedrigen Triebwagen vom Typ Desiro, doch die bieten nicht nur weniger Platz, sondern sind auch noch niedriger.

Der Einstieg liegt rund 30 Zentimeter unterhalb der Bahnsteigkante, die erst in den vergangenen Jahren unter finanzieller Beteiligung der Kommunen erhöht worden war. Unüberwindbar für ältere oder gehbehinderte Passagiere. Zumal es nur seitliche Haltestangen gibt und die auch noch schwer erreichbar sind.

Wo nicht vorhanden, sollen jetzt Rampen und Schienen zum Ausklappen in den Wagen installiert werden. Die Zugbegleiter sind angewiesen, sich zu kümmern. Für den Fahrgastbeirat Wetterau keine realistische Lösung: Die Haltezeiten würden verlängert, es komme zu Verspätungen, Reisende würden ihre Anschlüsse verpassen.

Aus dem mangelhaften Krisenmanagement der Deutschen Bahn zog der Main-Kinzig-Kreis jetzt die Konsequenz. „Angesichts der deutlichen Probleme und der schlechten Leistungen der Bahn werden wir unseren Beitrag zunächst einmal im neuen Jahr um 20 Prozent kürzen“, kündigte der Erster Kreisbeigeordnete André Kavai (SPD) am Freitag an. „Wir erwarten durchgehend die bestellten Kapazitäten, modernes und leiseres Zugmaterial sowie Verbesserungen beim Ein- und Aussteigen.“

RMV: Kürzung schwer rückgängig zu machen

Zur Kürzung des Angebots auf der Rheingaulinie sagte Petra Eckweiler, Sprecherin des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), dies sei Ergebnis von Verkehrszählungen. Es habe sich gezeigt, dass um 8.53 Uhr maximal 128 Personen führen. Deshalb habe der RMV zum Fahrplanwechsel „die Kapazitäten umgeschichtet“.

Dies von jetzt auf gleich wieder rückgängig zu machen, sei nicht möglich, sagt Eckweiler und gibt zu bedenken, dass bei winterlicher Witterung ohnehin mehr Menschen Zug führen. Doch der jetzige Stand sei nicht in Stein gemeißelt: „Wir beobachten das bis nach den Weihnachtsferien.“

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