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Regionalpolitik Gemischte Bilanz zum Abschied

Ludger Stüve und Birgit Simon verlassen den Regionalverband nach sechs Jahren. Längst nicht alle ihrer Projekte und Ideen wurden Wirklichkeit.

Mit zwei Wünschen haben sich am Mittwoch Ludger Stüve (SPD) und Birgit Simon (Grüne) nach sechs Jahren aus der Leitung des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main verabschiedet.

Verbandsdirektor Stüve forderte die Politik auf, „Planungsprozesse zu beschleunigen“, damit beispielsweise mit neuen Schienenwegen die Verkehrsprobleme in der Region gemildert werden könnten. Die Erste Beigeordnete Simon sagte, es sei an der Zeit, die „Unterrepräsentanz von Frauen“ an der Spitze des Verbands zu beseitigen.

Mit dem Ausscheiden Simons allerdings, die als erste und bisher einzige Frau dem Vorstand des Regionalverbands angehörte, sinkt die Frauenquote dort auf null. Stüves Nachfolger als Verbandsdirektor ist der bisherige Beigeordnete und ehemalige Kelkheimer Bürgermeister Thomas Horn (CDU). Erster Beigeordneter wird der bisherige Wölfersheimer Bürgermeister Rouven Kötter (SPD). Sie treten ihre Ämter mit dem heutigen Tag an.

Horn und mehrere andere Redner lobten Simons Engagement für eine nachhaltige Entwicklung der Region. Sie strichen dabei deren Eintreten für den Bau von Radschnellwegen heraus. Noch in diesem Jahr könne der Spatenstich für die erste Route zwischen Darmstadt und Frankfurt erfolgen. „Sie haben dabei Pionierarbeit geleistet und auch jene überzeugt, die diese Pläne anfangs belächelt haben“, sagte Horn.

Gemischt fällt die Bilanz zu Stüves Wirken aus. So habe er den Wohnungsbau schon früh als Notwendigkeit auf die politische Agenda gesetzt, lobte Horn. Auch die Akquise von sieben Millionen Euro Fördermittel der Europäischen Union für den Bau der Regionaltangente West stehe auf Stüves Habenseite.

Mit Spott allerdings erinnerte der Steinbacher Bürgermeister Stefan Naas (FDP) an die gescheiterten Umzugspläne des Verbands von der Poststraße am Hauptbahnhof in das ehemalige Allianz-Gebäude am Mainufer. Stüve habe offenbar nur so getan, als wolle er umziehen, dies aber niemandem verraten, um die Miete in der Poststraße zu senken, witzelte Naas. Auch aus Stüves angekündigtem „Haus der Region“ wurde nichts.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) war als Redner angekündigt, hatte aber kurzfristig abgesagt. Er hatte Stüve bereits früher einen „Mangel an inhaltlicher Autorität“ vorgeworfen. In seiner Amtszeit seien vom Verband zu wenige Impulse ausgegangen.

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