Lade Inhalte...

Rechtspopulismus Hessen-AfD braucht neue Spitze

Das Personalkarussell dreht sich: Die hessische AfD verliert Führungskräfte - und muss sich dazu noch mit einem Amtsenthebungsverfahren herumschlagen.

AfD
Parteilogo der AfD auf einem Fähnchen. Foto: Peter Steffen (dpa)

Die hessische AfD tauscht ihre Führung aus: Nach zweieinhalb Jahren tritt die alte Garde der drei Sprecher ab, eine neue Spitze muss gewählt werden. Einige haben ihren Hut bereits in den Ring geworfen. Etwa Andreas Lichert aus dem Kreisverband Wetterau, der maßgeblich am Erwerb einer Immobilie beteiligt gewesen sein soll, die von der „Identitären Bewegung“ als Zentrum genutzt wird. Auch Robert Rankl (Kreis Offenbach), Robert Lambrou (Wiesbaden) und Klaus Hermann (Wetterau) haben den Finger gehoben, um die hessische „Alternative für Deutschland“ (AfD) anführen, die eigenen Angaben zufolge aktuell 2400 Mitglieder zählt.

Außer der Wahl des Landesvorstands auf der Tagesordnung der Delegiertenversammlung am Wochenende in Gießen-Wieseck: die Amtsenthebung des Vorstands vom Kreisverband Offenbach. Wie Noch-Sprecher Rolf Kahnt der Frankfurter Rundschau auf Anfrage sagte, seien dort „Unregelmäßigkeiten“ passiert. „Der Vorstand hat verschiedenen Dinge treiben lassen, die nicht satzungskonform waren.“ Konkreter möchte Kahnt mit Hinweis auf „das schwebende Verfahren“ nicht werden. Nur so viel: Im vergangenen Monat habe der Landesverband unter seiner Federführung die Notbremse gezogen und den alten Vorstand abgesetzt. Die Neuwahlen seien noch nicht komplett. Den Akt der Amtsenthebung sollen die 240 erwarteten Delegierten bei ihrem Treffen am Samstag und Sonntag bestätigen. Wie aus dem Umfeld der Rechtspopulisten zu hören ist, sollen unter den Offenbachern persönliche Anschuldigungen im Internet die Runde gemacht haben.

Kahnt wird nicht mehr als Landessprecher antreten. „Nach zweieinhalb Jahren ist genug“, sagt der AfD-Mann aus dem Kreis Bergstraße, der sich gerne als bildungspolitischer Sprecher in Wiesbaden sehen würde. Er habe da viel Erfahrung. Bei der Aufstellung der Kandidaten für die Landtagswahl werde er sich deshalb bewerben.

Albrecht Glaser steht nicht mehr zu Verfügung

Auch Albrecht Glaser, sagt Kahnt, steht für den Sprecherposten nicht mehr zur Verfügung. Nach seinem Einzug in den Bundestag spiele die Musik für den einstigen Frankfurter CDU-Stadtkämmerer jetzt in Berlin. Bleibt als dritter an der Spitze der Hessen-AfD Peter Münch, der nach eigenen Angaben auch nicht mehr auf eine weitere Amtsperiode aus ist. Der Jurist hatte bislang wenig Glück mit der Karriere in der Partei: Die Bad Homburger AfD hat ihn während seines Urlaubs als Fraktionschef abgesägt, der aussichtsreiche Listenplatz für die Bundestagswahl kam ihm auch abhanden. „Die Mitgliedschaft ist offenbar nicht mit meiner Arbeit zufrieden“, urteilt der Rechtsanwalt aus dem Taunus. Gleichwohl würde er zur Landtagswahl in einem Jahr antreten – „wenn das gewünscht ist“.

Eine neue Entwicklung gibt es auch bei der „Alternativen Mitte“ (AM). Die vor zwei Wochen neu gegründete Strömung versteht sich als Warnerin vor radikalen Positionen. Von den ursprünglich drei Sprechern ist nur noch Walter Wissenbach aus Hanau übrig. Aber er werde das Projekt weiter vorantreiben, versichert er der FR. Die Anfeindungen des Landesvorstands seien unbegründet. „Wir sind eine bürgerliche konservative Partei und wollen das unterstützen.“ Eine Spaltung der AfD sei keineswegs das Ziel. Da liege Münch falsch, sagt Wissenbach. „Das ist völliger Unfug.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum