Lade Inhalte...

Rechtspopulismus Albrecht Glaser schlägt zurück

Ein Abwahlantrag soll die Parteikarriere des AfD-Politikers Peter Münch beenden. Kurz zuvor wurde bekannt, dass Münch den Parteikollegen Albrecht Glaser angezeigt hat.

AfD
Logo der AfD. (Symbolbild) Foto: dpa

Der Rücktritt Peter Münchs vom AfD-Landesvorstand war kein freiwilliger. Das sagt zumindest Landessprecher Rolf Kahnt. Es gebe einen Abwahlantrag gegen den Bad Homburger, weil der in der vergangenen Woche seinen politischen Mitstreiter, den jetzigen Bundestagabgeordneten Albrecht Glaser, angezeigt hatte.

„Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagt Kahnt, der mit 26 anderen Mitstreitern den Abwahlantrag für den Landesdelegiertenparteitag am 16. und 17. Dezember in Gießen gestellt hat. Er und andere „hohe Funktionäre“ hätten ihn unterzeichnet. Welche Namen darunterstehen, will Kahnt der Frankfurter Rundschau nicht verraten.

Seit er nicht auf einen aussichtsreichen Listenplatz für die Bundestagswahl gewählt worden war, liegt Münch im Clinch mit der sogenannten Alternative für Deutschland Hessen. Auch vor Ort ist er inzwischen kaltgestellt. Die Bad Homburger AfD hat ihn während seines Urlaubs als Fraktionschef abgesägt. Vergangene Woche machte er dann öffentlich, dass er Glaser wegen des Verdachts auf Untreue angezeigt habe. Als damaliger CDU-Stadtkämmerer habe Glaser für die Stadt Frankfurt rund 200 Millionen D-Mark in Fonds angelegt, die später mit großen Verlusten wieder verkauft wurden.

Am Sonntag kündigte Münch schriftlich seinen Rücktritt als einer von drei Landessprechern an. Die Wahlen zum Bundesvorstand am Wochenende zeigten, dass die AfD das Ziel aufgegeben habe, „bürgerlich-konservative Partei zu werden“. Es hätten sich jene Mitglieder durchgesetzt, die eine Koalition mit der CDU anstrebten.

„Die AfD ist Herrn Münch nicht radikal genug“, folgert Kahnt daraus. Und stellt fest: Der Bundesparteitag habe Doris von Sayn-Wittgenstein aus Schleswig Holstein nicht in den Vorstand gewählt, die „weit rechts außen“ stehe und der völkisch orientierten Identitären Bewegung zuzurechnen sei. Es sei „absurd“, dass Münch jetzt gegen Glaser schieße, der sich erwiesenermaßen nichts habe zuschulden kommen lassen. „Das ist das Ende der Fahnenstange.“

Am dritten Adventwochenende beabsichtigen die hessischen Rechtspopulisten das zu erledigen, was sie auf dem zähen Treffen im November nicht geschafft hatten: einen neuen Landesvorstand zu wählen – beziehungsweise, wie es bei der AfD heißt, die neuen Landessprecher. Mit dem Abwahlantrag gegen Münch wollen die 27 Unterzeichner sichergehen, dass der Bad Homburger nicht mehr kandidieren kann: „Wir wollten nach außen ein Signal setzen“, sagt Kahnt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen