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Ralf Wolter in Bad Homburg Fristlose Kündigung vom Tisch

Kur-Direktor Ralf Wolter hat mit seiner Klage weitgehend Erfolg. Die Kur-Gesellschaft und die Stadt Bad Homburg fehlen bei der Verhandlung am Landgericht.

Kurhaus
Ralf Wolter ist seit zehn Jahren Kurdirektor. Foto: Michael Schick

Die fristlose Kündigung von Bad Homburgs Kurdirektor Ralf Wolter ist vom Tisch. Das bestätigte die Vorsitzende Richterin am Frankfurter Landgericht, Cornelia Kopke, bei der entsprechenden Verhandlung am Freitag. Für Verwunderung sorgte allerdings, dass lediglich Wolter und sein Anwalt Timo Hufnagel zu dem Termin erschienen waren, aber kein Vertreter der beklagten Kur- und Kongress GmbH (KUR) oder der Stadt als deren Eigentümerin.

Der Termin sei weder der KUR, der Stadt, noch deren Anwälten bekannt gewesen, teilte Rathaussprecher Andreas Möring mit. „Wir können derzeit nicht nachvollziehen, wie diese Situation entstehen konnte.“ Stattdessen verweist er auf einen Gütetermin im Oktober, dem auch die Gegenseite bereits zugestimmt habe. Gegen ein Urteil zum Nachteil der KUR werde diese aber in jedem Fall Einspruch einlegen.

Bei dem Oktober-Termin gehe es um ein zweites Verfahren, in dem er sein entgangenes Gehalt für den Monat Mai einklagen wolle, erklärte Ralf Wolter auf Anfrage der FR. Das Hauptverfahren sei jedoch am gestrigen Freitag gewesen.

Darin hatte Wolter sich gegen die fristlose Kündigung gewehrt, die der Verwaltungsrat der KUR um Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) Ende April ausgesprochen hatte. Anlass war dem Vernehmen nach ein Rechtsgutachten, das Wolter auf Kosten der KUR in Auftrag gegeben haben soll. Wolter hatte beides bestritten.

Nun sei zum Glück deutlich geworden, dass sein Verhalten „in keiner Weise zu beanstanden“ gewesen sei, sagte Wolter nach dem Gerichtstermin am Freitag. Weiter wollte er sich aber vorerst nicht äußern. Denn ein endgültiges Urteil soll es erst in zwei Wochen geben.

Dabei geht es allerdings nur noch um die Laufzeit von Wolters Vertrag als Geschäftsführer der KUR. Während der Verhandlung wurde deutlich, dass der Vertrag offenkundig zwei sich widersprechende Klauseln zur Kündigungsfrist enthält. Somit ist offen, ob der Kontrakt zum 31. Dezember 2018 oder sogar erst Ende 2019 ausläuft. Die ordentliche Kündigung, die Wolter bereits im März erhalten hatte, ist ansonsten unumstritten.

In jedem Fall erwartet Wolter nach seinem Ausscheiden laut Vertrag eine üppige Versorgung. Dabei geht um ein Übergangsgeld von insgesamt rund einer Million Euro. Hinzu kommt eine Abfindung von 275 000 Euro. „Das bekommt kein Beamter“, sagte Richterin Kopke. Dafür sei der Posten des Bad Homburger Kur-Direktors aber auch ein Schleudersitz, erklärte Wolter. „Nach jeder OB-Wahl kann man ausgetauscht werden.“

Ralf Wolter ist seit zehn Jahren Geschäftsführer der KUR. Für seine Arbeit hat er lange Zeit parteiübergreifend Anerkennung erfahren, etwa für Sanierung und Umbau des Bahnhofsgebäudes zum Kulturbahnhof.

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