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Rätselraten um das Schubert-Erbe Wo sind die Schubert-Millionen?

Im Frankfurter Kaisersaal wird einer der höchstdotierten privaten Umweltpreise verliehen. Sein Stifter Bruno H. Schubert lebt nicht mehr. Zwei Jahre nach dem Tod des einstigen Henninger-Eigentümers suchen Anwälte seine Millionen. Spuren führen nach Liechtenstein, vielleicht auch nach Panama.

14.11.2012 17:01
Das Bild aus dem Jahr 2009 zeigt den Frankfurt Ehrenbürger Bruno H. Schubert mit seiner Frau Meharit im Römer. Foto: picture alliance / Bernd Kammere

Auch zwei Jahre nach dem Tod von Bruno H. Schubert suchen Stiftungen und Anwälte nach seinen Millionen. Was von dem Vermögen des einstigen Henninger-Eigentümers und Frankfurter Ehrenbürgers übrig ist, weiß offenbar niemand. Schubert starb im Oktober 2010 im Alter von 90 Jahren. Über den Nachlass läuft ein Insolvenzverfahren. Spekulationen, er habe zu Lebzeiten viele Millionen ins Ausland geschafft, überschatteten am Dienstag die Verleihung des Schubert-Umweltpreises, mit 70.000 Euro einer der höchstdotierten privaten Umweltpreise in Deutschland.

Akteure bei der Suche nach den Schubert-Millionen sind Stiftungen in Deutschland und Liechtenstein, vielleicht auch eine Stiftung in Panama und eine liechtensteinische Anwaltskanzlei, die eisern schweigt. Ebenso schweigsam soll ein eingeweihter Schubert-Freund in Monaco sein.

Witwe und Stiftung streiten um den Nachlass

Genauso unklar wie die Höhe des Erbes ist, wem es zusteht. Darüber streiten die 30 Jahre alte Schubert-Witwe und die deutsche Bruno H. Schubert-Stiftung inzwischen vor dem Bundesgerichtshof. Gegen die Witwe läuft außerdem ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung, weil nicht klar ist, ob der 90-Jährige vor seinem Tod ausreichend versorgt wurde.

Insolvenzverwalter Jan Roth hat bisher nur ein Schubert-Anwesen bei Berchtesgaden in der Hand, das demnächst versteigert werden soll. Als Verkehrswert seien 9,8 Millionen Euro festgesetzt worden, sagt der Frankfurter Anwalt. „Ich halte das Gutachten für realistisch.“ Es gebe etliche Interessenten. Sollte der Schätzpreis für den herrschaftlichen Besitz erzielt werden, seien aber immer noch mehrere Millionen an Forderungen offen, sagt Roth. Insgesamt verlangen Gläubiger, darunter das Finanzamt, rund 16 Millionen Euro vom Schubert-Nachlass.

Zu den Gläubigern gehöre auch eine von Schubert 1998 gegründete Liechtensteiner Umweltstiftung, sagt Roth. Sechs bis acht Millionen Euro verlange allein die „Nature and Wildlife Foundation“ (NWF) aus dem Nachlass. Dieses Geld habe sie als Darlehen an Schubert gezahlt, aber nie zurückbekommen.

Nach Angaben der Bruno H. Schubert-Stiftung, die alle zwei Jahre den Umweltpreis verleiht, wurde noch vor Schuberts Tod versucht, das Vermögen der gemeinnützigen NWF-Stiftung auf eine Privatstiftung nach Panama zu übertragen, von wo es - weil dann nicht mehr gemeinnützig - jederzeit abgezogen werden könnte. Übertragen werden könnten dann auch Forderungen. Ob es aber jemals eine Übertragung gab, ist unklar.

Während die liechtensteinische Stiftung nach Auskunft von Anwalt Roth am Insolvenzverfahren mitwirkt und dabei von einem deutschen Anwaltsbüro vertreten wird, hat er zu der Stiftung in Panama keinen Kontakt.

Das Vermögen der Bruno H. Schubert-Stiftung ist von den ganzen Querelen nicht berührt. „Sie verfügt über ein eigenes Stiftungskapital und untersteht der hessischen Stiftungsaufsicht“, heißt es in einer Erklärung der beiden Einrichtungen. Verbindungen gab es aber zumindest bis vor einiger Zeit: Nach Angaben von Stiftungs-Anwalt Claus Vester floss regelmäßig Geld von der Liechtensteiner an die Frankfurter Stiftung - satzungsgemäß zur Unterstützung des Umweltschutzes. Seit 2010 habe die Frankfurter Stiftung das Geld aus Liechtenstein aber nicht mehr angenommen - weil die Herkunft des Geldes unklar sei.

Möglicherweise könnte eine Liechtensteiner Anwaltskanzlei alle Fragen nach dem Schubert-Geld beantworten. Seit Ende 2009 verwaltet sie nämlich das Auslandsvermögen Schuberts, wie die Umweltstiftungen berichten. Damals seien 5,5 Millionen Euro vorhanden gewesen. Auskunft über den Verbleib des Vermögens verweigere die Kanzlei aber. (dpa)

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