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Protest Demo gegen Rechtsrock-Konzert

Ein Bündnis will mit dem „Festival der Demokratie“ gegen eine NPD-Veranstaltung in Wetzlar protestieren.

NPD
Eine Fahne der NPD.

Der Protest soll laut und deutlich sein. Wenn die hessische NPD am kommenden Samstag zu Reden und einem Rechtsrock-Konzert in die Wetzlarer Stadthalle einlädt, will ein Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien und Initiativen mit einem „Festival der Demokratie“ dagegenhalten. Ab 15 Uhr ist an der Konrad-Adenauer-Promenade, in Sichtweite der Stadthalle, ein Bühnenprogramm mit Reden, Poetry Slam und Live-Musik geplant. Bereits um 12.30 Uhr soll am Bahnhof eine Demonstration in Richtung der Konrad-Adenauer-Anlage losziehen.

Neben dem Bündnis „Wetzlar Bunt statt Braun“ und dem DGB Mittelhessen, der das „Festival der Demokratie“ und die Demonstration angemeldet hat, wird der Aufruf, dem Neonazi-Treffen etwas entgegenzusetzen, von einer langen Liste von Organisationen und Vereinen unterstützt – von der alevitischen Gemeinde in Wetzlar über die AWO und die Diakonie bis hin zur katholischen Gemeinde und den Naturfreunden. „Es ist uns wichtig, dass die Menschen in Wetzlar, die so ein NPD-Treffen nicht gut finden, sich nicht alleine zu Hause darüber ärgern müssen“, sagte Matthias Körner, Geschäftsführer des DGB Mittelhessen, der Frankfurter Rundschau. Die NPD versuche mit der Veranstaltung offenbar, Wetzlar zu ihrer Hochburg auszubauen, weil die rechtsextreme Partei dort bereits in Fraktionsstärke in der Stadtverordnetenversammlung vertreten sei. „Umso wesentlicher ist es, zu zeigen, dass Wetzlar nicht der Ort ist, wo sie das schaffen können“, so Körner.

Julia Flechtner, Jugendbildungsreferentin des DGB Mittelhessen, sagte der FR, die NPD lege gleich „mehrere Eskalationsstufen drauf“, indem sie „die Crème de la Crème der rechtsradikalen Szene“ nach Wetzlar einlade. Der Stadt sei es nicht gelungen, die Rechten mit juristischen Mitteln aus Wetzlar fernzuhalten. „Wir hoffen, dass wir jetzt mit der Hilfe vieler Menschen das Anliegen der Stadt unterstützen können“, sagte Flechtner.

Die NPD Hessen kündigt für kommenden Samstag, 24. März, in der Stadthalle eine Saalveranstaltung mit prominenten Redner aus der Neonazi-Szene und einem Rechtsrock-Konzert an. Die Partei hatte vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel das Recht erstritten, die Halle zu mieten. Ab 14 Uhr sollen dort rechte Kader wie Michael Brück von der Neonazi-Partei „Die Rechte“ oder der Neonazi Sven Skoda sprechen. Außerdem sollen bundesweit bekannte Rechtsrock-Bands wie „Oidoxie“ aus Dortmund oder „Kategorie C“ aus Bremen auftreten. Auf Facebook wird damit geworben, dass „Kategorie C“ in Wetzlar ein Musikvideo drehen will. Die Veranstaltung dürfte Hunderte Neonazis anziehen, nach FR-Informationen auch aus dem europäischen Ausland.

Um die Sicherheit in der Stadt zu gewährleisten, plant die Polizei bereits einen Großeinsatz.

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