Lade Inhalte...

Profi-Fußballvereine in Hessen Fußballklubs sollen nicht für Polizei-Einsätze zahlen

1. UpdateHessens Profi-Fußballvereine müssen vorerst nicht fürchten, dass sie die Kosten für Polizei-Einsätze selbst tragen müssen.

Peter Beuth (CDU)
Peter Beuth (CDU), Innenminister von Hessen. Foto: Imago

Insgesamt 126 035 Einsatzstunden haben Polizistinnen und Polizisten in der Saison 2016/2017 damit verbracht, Fußballspiele in Hessen zu sichern. Den Staat kosteten diese Einsätze 7,8 Millionen Euro, in der vorangegangenen Saison waren es 9,2 Millionen.

Das teilte das hessische Innenministerium auf eine kleine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion mit. Dennoch will die hessische Landesregierung zunächst keine Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen auf die Vereine umlegen. Überlegungen in diese Richtung bestünden derzeit nicht, heißt es in der Antwort des Innenministeriums. „Das Gewaltmonopol liegt beim Staat, und er hat seiner Aufgabe, die Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten, auch bei Fußballspielen nachzukommen.“

Damit distanziert sich das Bundesland Hessen vom Vorgehen des Landes Bremen, das seit 2015 regelmäßig der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Mehrkosten bei sogenannten Hochrisikospielen in Rechnung stellt. Hessens Innenministerium verweist darauf, dass eine endgültige Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im darüber entbrannten Rechtsstreit zwischen Bremen und der DFL noch ausstehe.

In der DFL sind 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga organisiert. Die Angaben des hessischen Innenministeriums zu den Einsatzstunden der Polizeibeamten beziehen sich auf die 1., 2. und 3. Liga sowie die Regionalliga West. Eine gesonderte Erfassung für Erst- und Zweitligisten gibt es nicht.

Härteres Vorgehen gefordert

Endgültig ist die Absage an eine finanzielle Beteiligung der Fußballvereine jedoch nicht. In seiner Antwort verweist das Ministerium auf die Linie, die bei der Innenministerkonferenz (IMK) 2012 beschlossen wurde. Damals hatten die Innenminister der Länder von Vereinen und Verbänden höhere Investitionen in die Gewaltprävention und ein härteres Vorgehen gegen den Einsatz von Pyrotechnik in den Reihen der eigenen Fans gefordert.

Im Fall, dass die Fußballvereine diese Forderungen in den kommenden Jahren nicht umsetzen sollten, behielt sich die IMK 2012 vor, Kostenbeteiligung in Erwägung zu ziehen. Damals hatte sich die IMK ausdrücklich vorbehalten, eine Beteiligung der Vereine an den Kosten für Polizeieinsätze doch noch in Erwägung zu ziehen.

Die hessische FDP, von der die Kleine Anfrage stammte, bezieht in ihrem Programm für die Landtagswahl im Oktober klar Position gegen eine Beteiligung der Fußballvereine an den Einsatzkosten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen