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Pro Drug Checking Leid ersparen

Pro: Es ist zwar die eigene Entscheidung eines jeden, Drogen zu nehmen oder nicht, der Staat darf sich nicht einmischen. Aber er hat die Möglichkeit, die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen.

Drogen-Schnelltest
Beim Drug Checking sollen Schnelltests zeigen, welche Inhaltsstoffe die Drogen enthalten. Foto: imago

Wer Drogen nimmt, riskiert seine Gesundheit. Schreckt das ab? Von wegen. Es gibt Menschen, die trotzdem trinken, rauchen, kiffen. Die am Wochenende bunte Pillen schlucken und dann die Nacht durchtanzen. Weil die illegal sind, sind sie allein auf dem Schwarzmarkt zu haben, das heißt sie sind außerhalb staatlicher Qualitätskontrolle.

Wer sie vertickt, will damit Geld verdienen. Also mischt der Dealer Ecstasy und Co. mit allem, was greifbar ist. Mit Waschmittel oder anderen, weniger harmlosen Chemikalien. Im Extremfall entpuppt sich der vermeintlich harmlose blaue Trip als Todes-Pille. 

Drug-Checking kann Leben retten. Es ist Aufgabe des Staats, seine Bürger vor Gesundheitsschäden zu bewahren. Das Modellprojekt von Schwarz-Grün verharmlost keineswegs die Risiken psychoaktiver Substanzen. Es holt die Menschen in der Realität ab und ermöglicht ihnen, etwas sicherer Drogen zu nehmen, die sie sonst auch schlucken würden – ohne chemische Analyse. Und ohne das beratende Gespräch, in dem sie ihr Handeln reflektieren. 

Es ist die eigene Entscheidung eines jeden, Drogen zu nehmen oder nicht. Wir sind mündige Bürger. Der Staat darf sich nicht einmischen. Aber er hat die Möglichkeit, die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören die Beratung, aber auch die Analyse des potenziell gefährlichen Stoffs, aus dem die Partyträume sind. Rechtlich gesehen ist dies eine Grauzone. Doch die Erfahrung mit dem Frankfurter Weg zeigt, dass es sich lohnt, das Wagnis einzugehen. Konsumenten und ihren Familien kann dieser Ansatz Leid ersparen. Und einer Gesellschaft hohe Gesundheitskosten.

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