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Printmedien Regierung sieht schwarz für Zeitungen

„;Papierlesen wird nicht mehr angenommen“. Die Verleger wollen nun an einem runden Tisch beraten.

Die Landesregierung sieht schwarz für Zeitungen und andere Printmedien. Weder Zeitungshäuser und -verbände noch Unternehmensgründer gingen davon aus, „dass Printmedien ein zukunftsträchtiger Markt sind“, antwortete Staatskanzlei-Chef Axel Wintermeyer (CDU) auf eine Anfrage der SPD, die am Mittwoch im Hauptausschuss des Landtags diskutiert wurde.

Anlass für den Pessimismus der Regierung gibt die geringe Nachfrage nach Förderprogrammen des Landes. Dies gelte auch für journalistische Online-Angebote. „Alternative Geschäftsmodelle etwa im Bereich New Media sind offenbar nicht erfolgversprechend entwickelt, um Förderung für Gründungen oder aus anderen Angeboten zu beantragen“, stellte Minister Wintermeyer fest.

Die Landtagsabgeordneten hatten sich Ende 2015 besorgt über den Niedergang der Zeitungsbranche geäußert. Die Landesregierung solle prüfen, inwieweit die „Vielfalt der Medienlandschaft“ gefördert werden könne, etwa durch Programme der landeseigenen Bank für Wirtschaftsförderung und Infrastruktur (WI-Bank).

Das Ergebnis, das Wintermeyer nun auf Nachfrage der SPD vorlegte, fällt ernüchternd aus. Es sei „keine starke Nachfrage aus journalistischen Bereichen und dem journalistischen Printbereich zu verzeichnen“, notiert der Staatskanzlei-Chef. „Beide Bereiche haben offenbar keine hinreichend entwickelten Geschäftsmodelle, die Förderanträge rechtfertigen würden.“

Kaum Förderanträge gestellt

Immerhin listet er Förderanträge von knapp 28 Millionen Euro für den Medienbereich, davon 15 Millionen Euro für den journalistischen und verlegerischen Bereich auf. Allerdings entfielen die Anträge im Wesentlichen auf die Zeit bis 2014 – danach ging die Nachfrage rapide zurück. Dabei erhielt etwa ein Zeitschriftenverlag ein Mikro-darlehen von 15 000 Euro, um Titel im Bereich „Kochen und Backen“ aufzulegen. Zwei Antragsteller erhielten ein solches Darlehen von 50 000 Euro für ein „Partymagazin“, das „Anleitungen für Feierlichkeiten“ liefert.

„Das Papierlesen wird gerade von jungen Menschen nicht mehr angenommen“, urteilte Wintermeyer. Verleger, Journalisten, Gewerkschafter, Medienwissenschaftler und Politiker hatten bereits 2015 im Landtag diskutiert, wie in dieser Lage Qualitätsjournalismus erhalten werden kann. In der Diskussion ist ein runder Tisch. Wintermeyer zeigte sich allerdings verwundert, dass der Verband Hessischer Zeitungsverleger nach einem ersten Gespräch im Februar 2016 nichts mehr von sich habe hören lassen. „Wenn von dort keine konkreten Forderungen gestellt werden, können wir auch keine Angebote machen“, stellte er fest. Der SPD-Medienpolitiker Michael Siebel sprach sogar von einem „Affront“ der Verleger.

Der Verlegerverband hält aber an der Idee eines runden Tischs fest, wie sein Geschäftsführer Dirk Glock der FR auf Nachfrage erläuterte. „Es war immer klar, dass das nicht von heute auf morgen geht“, begründete er die lange Gesprächspause. Die Themenfindung sei ein schwieriger Prozess, stehe aber kurz vor dem Abschluss. „Es besteht wirklich Interesse daran“, versichert Glock in Richtung der Politik.

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