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Präventionskampagne Angst vor Diskrimierung macht krank

Die hessischen Aidshilfen starten eine Präventionskampagne und sind in Sorge wegen rechtspopulistischer Parteien.

Bräunlich sehen die Porträtbilder der Menschen aus. Manchmal bedeckt ein Schatten das Gesicht und einige Fotos haben kleine Macken vom Entwickeln. Im Kontrast dazu steht der rosa, große Schriftzug „LGBT“. Ein Wortspiel, denn es steht nicht nur für die englische Abkürzung für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle sondern in diesem Fall auch für „Life gets better together“ – zusammen wird das Leben besser.

Die auf Postkarten gedruckten Bilder sind Teil des Präventionsprojekts der hessischen Aidshilfen. Unter dem Slogan „Hessen ist geil!“ engagieren sich die Aidshilfen für gesellschaftliche Verhältnisse, in denen Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, leben können, ohne diskriminiert oder ausgegrenzt zu werden. Die Kampagne „LGBT“ ist ein Baustein darin, die aber noch weiter greift. Es kommen nicht nur Homosexuelle zu Wort, sondern auch HIV-Positive, Menschen mit Migrationshintergrund sowie dicke oder dünne Menschen.

Jede Person hat ein Statement, das auf der Karte zu sehen ist. Zwölf verschiedene Motive gibt es, in den Sozialen Medien wird die Anzahl auf gut 20 Menschen erweitert. Neben Postkarten sollen die Motive auch auf Plakaten zu sehen sein, die vorrangig in der Community in ganz Hessen verteilt und aufgehängt werden.

„Wir wollen damit auch ein politisches Signal setzen“, sagt Björn Beck, Koordinator von „Hessen ist geil!“. Im Landtag soll nicht abwertend über die Community und ihre Themen geredet werden und jeder Politiker soll es als Auftrag ansehen, sich für die LGBT-Community einzusetzen. Parteien mit rechtspopulistischen Strömungen könnten das demnächst erschweren. Auch deswegen wurde die Kampagne bewusst im Wahlkampf gestartet.

Beck erklärt, dass Vorurteile und Diskriminierung viele in der Community täglich verletzen. „Schon allein die Angst vor Diskriminierung macht krank.“ Der zunehmende gesellschaftliche Rechtsruck fördere genau solch ein Klima, in denen Minderheiten Angst haben müssen.

Um die Umsetzung der Kampagne hat sich die Frankfurter Kommunikationsagentur „100 Grad“ gekümmert. Ehrenamtlich, wie alle beteiligten versichern. „Wir fühlen uns als Teil der Stadtkultur in Frankfurt und wollen die Kommunikationskultur mit dem Projekt bereichern“, sagt Agentur-Inhaber Jochen Klein. Die Bilder wurden analog fotografiert mit Großbildkameras und auf Polaroid gedruckt. Daher stammen auch die kleinen Macken, aber so sei es authentischer. Jeder Mensch sei so liebenswert, wie er eben ist.

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