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Pfungstadt Artgerechte Haltung in „Shark City“?

Das Großaquarium „Shark City“ soll in Pfungstadt realisiert werden. Jetzt regt sich eine Welle des Protests.

Sandtigerhai
Ein Sandtigerhai in einer Shark City. Foto: imago

Seit vergangene Woche bekannt wurde, dass das Großaquarium „Shark City“ statt in Sinsheim in Pfungstadt realisiert werden soll, sei eine Welle des Protests über die Stadt hereingebrochen. Dennoch gibt sich Bürgermeister Patrick Koch (SPD) gelassen: „Ich bin schon bei der Schwimmbadschließung durch ein Stahlgewitter gegangen – das hier halte ich auch aus.“ Am Montag gingen Stadt und Aquariumsbetreiber in die Offensive und informierten über Tierschutz und Auswirkungen für die Stadt.

Einstimmig sei der Beschluss gefallen, der Betreibergesellschaft The Seven Seas Aquarium ein 21.000 Quadratmeter großes Grundstück im Gewerbegebiet Nordwest zu verkaufen, sagt Koch. Alle Fraktionen haben zudem Erklärungen veröffentlicht, in denen sie den geplanten Bau begrüßen und sich hinter das Konzept des Großaquariums stellen. Die Gesellschaft hofft, gegen Ende 2018 das europaweit größte Aquarium eröffnen zu können.

„Mit Shark City soll auch über das Abschlachten der Haie informiert werden“, sagt Koch. „Für Haifischflossen für den asiatischen Markt werden von der Nordsee bis nach Südafrika Haie getötet – es ist also auch ein europäisches Problem, über das wir informieren wollen“, sagt Alexander Dressel, zoologischer Leiter des Unternehmens. Dressel hat bereits in mehreren Aquarien gearbeitet, etwa dem Deutschen Ozeaneum. „Der Protest der Tierschützer sollte sich eher dagegen richten, dass 70 Millionen Haie jährlich getötet werden“, sagt Bürgermeister Koch, „und nicht gegen das Aquarium“.

Kritiker sorgen sich um die Herkunft der Tiere

Kritikern, wie etwa dem Münchner Verein Pro Wildlife, die sich um die Herkunft der Tiere sorgen, hält Dressel entgegen, dass mindestens 85 Prozent der Tiere aus Nachzuchten oder Übernahmen anderer Aquarium stammen würden. Vom Bullenhai gebe es beispielsweise drei Tiere in Deutschland, diese sollen nach Pfungstadt umziehen. „Die werden seit vier Jahren in einem Aquarium mit 60 000 Litern Wasser gehalten, bei uns haben sie dann ein Vielfaches an Platz zur Verfügung“, sagt er.

„Leider wird mit falschen Nachrichten gearbeitet, wenn behauptet wird, dass viele Tiere bei Transporten sterben würden“, sagt er. In Shark City sollen zudem nur Tiere zu sehen sein, die bereits in anderen europäischen Aquarien gezeigt würden. Die Besatzliste würde zudem streng mit dem Veterinäramt abgestimmt, durch Zusammenarbeit mit dem renommieren Schweizer Haiforscher Erich Ritter, der bereits ins Sinsheim das Projekt befürwortete, sei der Schutz der Tiere sichergestellt.

Thomas Walter, einer der beiden Geschäftsführer, sagte, der Standort Pfungstadt sei bereits vor drei Jahren die erste Wahl gewesen. Doch durch ein persönliches Gespräch und „überschwängliche“ Zusicherungen habe man sich nach Sinsheim orientiert. Nachdem das Planverfahren dort über Monate stockte, habe man Kontakt mit der Pfungstädter Stadtentwicklungsgesellschaft aufgenommen. „Im Nachhinein stellt sich die Frage, ob wir nicht schon längst eröffnet hätten, hätten wir die drei besten Standorte unserer Liste damals überprüft und uns nicht nur nach Sinsheim orientiert“, sagt Walter.

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