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Pflegestützpunkte Lotsen im Dschungel der Pflege

Hessenweit gibt es jetzt zentrale Anlaufstellen für Betroffene und Familien.

Pflege
Eine alte Frau (Symbolfoto). Foto: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)

Meistens melden sich Angehörige. Sie rufen an, weil etwa die Großmutter einen Schlaganfall erlitten hat. Oder aus anderem Grund es nicht mehr schafft, den Alltag zu Hause selbstständig zu meistern. Manchmal sind es auch alte Menschen selbst, die Hilfe bei Fatma Yilmaz oder ihren beiden Kollegen vom Pflegestützpunkt des Landkreises Darmstadt-Dieburg suchen.

1494 neue Kontakte hatten sie im vergangenen Jahr. 1210-mal war es mit einem einzigen Gespräch nicht getan. Hinzu kamen jene, denen das Team schon seit längerem zur Seite steht. „Wir übernehmen keine gesetzliche Betreuung“, betont Yilmaz. Die werde nach Bedarf vermittelt. Aber zehn Prozent der Beratungsfälle seien alleinstehende Menschen in „komplexen Situationen“. Sie seien nicht nur pflegebedürftig, sondern hätten zusätzlich Probleme – etwa finanzielle.

Yilmaz leitet einen von insgesamt 26 Pflegestützpunkten in Hessen. Seit Jahresende gibt es die Anlaufstellen in jedem Landkreis und jeder der fünf kreisfreien Städte. „Die Menschen vor Ort können nunmehr hessenweit auf einen Lotsen durch den Dschungel der vielfältigen Angebote und Leistungen der Pflege zurückgreifen“, teilt der Präsident des Hessischen Landkreistages und Landrat von Fulda, Bernd Woide, mit. Die Nachfrage sei so groß, dass mehrere Landkreise bereits einen Ausbau ihrer Pflegestützpunkte planten.

Auch in Darmstadt-Dieburg ist das Team größer, als der Gesetzgeber es vorgesehen hat. Ein Vertreter der Pflegekassen und zwei statt einem kommunalen Mitarbeiter stehen für die Beratung bereit. Die zusätzliche Stelle kommt vom Seniorenbüro, das integriert ist. Die Liste der Aufgaben ist lang, sagt Yilmaz: Unterstützen beim Ausfüllen von Anträgen und einen ambulanten Pflegedienst vermitteln gehöre dazu. Auch das Vorbereiten auf den Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), der die Höhe der Pflegebedürftigkeit beziffert, den sogenannten Pflegegrad. Nach der jüngsten Reform haben auch Demente und psychisch Kranke Anspruch auf Pflegegeld. Auch diese Neuerung habe zu mehr Anfragen geführt. Pflegende Angehörige benötigen Entlastung, sagt Yilmaz. Auch hier helfe ihr Team weiter. „Unsere Arbeit ist sehr breit gefächert.“

Über mangelnden Bekanntheitsgrad jedenfalls könne sie nicht klagen. Die Präsenz  bei öffentlichen Veranstaltungen habe sich gelohnt. Was nicht heiße, dass sie nun die Hände in den Schoß lege. Werbung sei wichtig. „Wir müssen dranbleiben“, sagt Yilmaz. Das Ziel liefert die Motivation: „Die Menschen sollen möglichst lang in ihren eigenen vier Wänden bleiben können.“

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