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Patentamt Schutz für die "Ahle Wurscht"

Ein gemeinsamer Antrag ist nach jahrelangen Diskussionen endlich auf dem Weg: Die "Ahle Worscht", traditionelle nordhessische Spezialität, soll geschützt werden.

04.11.2009 00:11

Für den Kasseler Mark Weinmeister geht es um die Wurst. Genauer: um die "Ahle Wurscht", die traditionelle nordhessische Spezialität. "Ein besonders identitätsstiftendes Lebensmittel", so begründet der hessische Agrar-Staatssekretär sein Engagement für die Ahle Wurscht.

Auch die Marketinggesellschaft "Gutes aus Hessen" und zwei Schutzgemeinschaften sind dafür, dass Ahle Wurscht nur dann so heißen darf, wenn sie aus Nordhessen stammt. Jetzt haben sich beide Schutzgemeinschaften endlich auf einen gemeinsamen Antrag beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) in München geeinigt.

Schon 2006 hatte die "Qualitätsgemeinschaft nordhessischer Lebensmittel" beantragt, den Namen als geografische Angabe zu schützen. Ein Jahr später legte der "Verein zur Förderung und Erhaltung traditioneller nordhessischer Wurst" seinen Antrag ans DPMA nach, "Ahle Wurscht" zur geschützten Ursprungsbezeichnung zu machen.

Der Unterschied: Bei einer geschützten geografischen Angabe muss das Produkt in der Region nur verarbeitet worden sein - die Schweine müssen aber nicht aus Nordhessen stammen. Bei der "geschützten Ursprungsbezeichnung" müssen sie das schon.

Mehr als drei Jahre haben die Beteiligten am gemeinsamen Antrag gearbeitet, so Wilfried Schäfer, Geschäftsführer von "Gutes aus Hessen". Schließlich sprangen beide Vereine über ihren Schatten - jetzt konnte der gemeinsame neue Antrag auf Anerkennung als geschützte Ursprungsbezeichnung auf den Weg gebracht werden. Schäfer hofft auf zügige Bearbeitung: Das DPMA könnte im günstigsten Fall in einem halben Jahr fertig sein, die EU-Kommission braucht dann vielleicht noch ein Jahr - doch "in der Regel dauert es länger".

Das kann an Einsprüchen liegen, erklärt Schäfer. So habe der Schutz des bayerischen Bieres sieben Jahre gedauert, weil ein niederländisches Unternehmen Einspruch einlegte mit dem Argument, es braue auch so etwas.

Dennoch: bis 2012 könnte der Schutz stehen. Damit hätte die "Ahle Wurscht" oder auch "Ahle Worscht" genannt, denselben Status wie Odenwälder Frühstückskäse sowie vier Weine und vier Mineralwässer aus Hessen. Hessischer Handkäse und Frankfurter Grüne Soße befinden sich im Antragsverfahren - das für die Grüne Soße läuft laut Schäfer schon seit zwei Jahren, weil ein Berliner Unternehmen versichert hat, auch so eine Soße herzustellen. (dpa/ust)

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