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Ostend Irgendwie hat ausgedient

Die IGS Herder platzt aus allen Nähten. Alles zu eng hier, protestieren am Donnerstagvormittag Lehrer und Schüler und drängen sich alle dicht an dicht auf dem Hof.

Es bleibt für die Schüler so viel Platz wie bei einem Tokio-Hotel-Konzert. Und zwar so viel Platz wie ganz vorne an der Bühne. Da, wo kaum genug Raum zum Atmen ist. Geschweige denn zum Fußball spielen, Toben und Abhängen. Das braucht beim Konzert auch keiner -konzertante Enge auf dem Schulhof aber auch nicht. So geht's aber an der IGS Herder zu.

Alles zu eng hier, protestieren am Donnerstagvormittag Lehrer und Schüler und drängen sich alle dicht an dicht auf dem Hof. So wie bei einem Tokio-Hotel-Konzert. Aber einem im Regen. Denn jeder spannt einen Regenschirm auf, rosa kariert, tarnfarben gefleckt, bunt gestreift. "Wir wollen damit zeigen, dass jeder hier nur eine Armlänge Platz hat", sagt Lehrerin Kerstin Brandt.

Aber nicht nur auf dem Hof. Platzmangel gibt's auch drinnen. Personal fehlt ebenfalls an allen Ecken und Enden. Vor drei Jahren zog die Schule - damals noch als Dependance der IGS Nordend - in das Gebäude der ehemaligen Herderschule an der Wittelsbacher Allee. Seit diesem Schuljahr ist sie eigenständig. "Jetzt, wo unser Konzept genehmigt ist, wollen wir aber auch die entsprechende Ausstattung", sagt Lehrer Dirk Johann.

Faktisch arbeitet die IGS zwar schon seit drei Jahren als Ganztagsschule. Anerkannt ist sie aber erst jetzt. Deswegen hat sie sich bisher oft mit Provisorien behelfen müssen. Beispiel Cafeteria: Die wird von den Eltern organisiert. Sie managen Essensausgabe, Abräumen, Einlass. Richtig gemütlich ist ein Mittagessen in der IGS aber nicht: Zum Teil müssen die Schüler im Gang speisen, an ihnen vorbei schleppt sich die Schlange zur Essensausgabe. Aber immerhin: Es gibt durch Initiative der Eltern überhaupt eine Cafeteria.

"Jetzt stoßen wir aber alle an unsere Grenzen", sagt Brandt. "Das ist nicht mehr zu stemmen."Denn die Schule wächst. Jedes Schuljahr wurde eine weitere Jahrgangsstufe aufgenommen, bislang wird bis Klasse acht unterrichtet. Zwei Jahrgänge folgen noch: Zu den derzeit über 400 Schülern werden noch 200 dazustoßen. "Wir pfeifen aber schon jetzt aus dem letzten Loch", meint Brandt. Denn mit dem pädagogischen Konzept der Schule seien eben auch Ruhe- und Teamräume nötig, Flächen für Freiarbeit und feste Klassenräume. "Eltern melden die Kinder wegen des Konzepts hier an", sagt Brandt. "Da kann man sich nicht dauerhaft ,irgendwie behelfen'." Der Schulhof müsse größer, der Vorgarten zur Wittelsbacher könnte beispielsweise unkompliziert hergerichtet werden. "Vielleicht kann man auch die Schule aufstocken, um mehr Raum zu gewinnen", schlägt Brandt vor.

Nach Lösungen für den Raumbedarf in der IGS wird im Schuldezernat bereits gesucht. "Da gibt es noch viel zu tun", findet auch Michael Damian, persönlicher Referent von Schuldezernentin Jutta Ebeling. "Auf Dauer geht es in einer Ganztagsschule nicht, dass Schüler auf dem Gang essen."

Derzeit prüfe man verschiedene Optionen, um sie für den Doppelhaushaushalt 2010/2011 anzumelden. Wie eine Cafeteria. Oder eine Aufstockung des Pavillons im Schulhof. "Da könnten wir noch mal vier Räume rauskriegen", sagt Damian. Auch ob die Turnhalle erweitert werden könne, werde geprüft. "Das hat alles hohe Priorität", sagt der Referent "Die Schule boomt schließlich, viele Eltern wollen ihre Kinder da hinschicken." Und diesen guten Ruf der Schule wolle man nicht untergraben.

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