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Online-Kriminalität Coup gegen die Nigeria Connection

In Frankfurt haben Ermittler ein Bandenmitglied der Nigeria Connection festgenommen. Er hatte eine Göttingerin gemeinsam mit einem Komplizen aus Düren um 230.000 Euro betrogen.

28.11.2012 15:16
Laura Wagner
Nigerias Metropole Lagos - zeitweise die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate der Welt. Foto: REUTERS

In Frankfurt und im nordrhein-westfälischen Düren haben Ermittler der Göttinger Sonderkommission für Verbrechen im Internet zwei mutmaßliche Bandenmitglieder der international agierenden Nigeria Connection festgenommen. Eine 59-jährige Göttingerin wurde von den Männern um rund 230.000 Euro betrogen.

Die beiden Nigerianer (38 und 42 Jahre alt) waren im Bereich „Love Scam“ - zu Deutsch Liebes-Betrug - aktiv. Die Täter nutzen die Verliebtheit der Opfer aus, um von diesen immer wieder Geld zu erhalten.

Online-Verlobungen

Am vergangenen Montag, den 26. November, nahmen die Polizisten den 42-jährigen Mann in Düren fest. Der erhielt seine Aufträge direkt aus Ghana und leitete sie an den Frankfurter Komplizen weiter. Dieser wurde bereits am 9. November dingfest gemacht, als er weitere 7500 Euro vom Opfer entgegennehmen wollte.

Um von den Opfern Geld zu erhalten, bauen die Täter zunächst ein Vertrauensverhältnis auf. Sie schreiben Mails, chatten, agieren in sozialen Netzwerken und telefonieren sogar mit den Opfern. Klappt es, entwickelt sich eine regelrechte Liebesbeziehung, die sogar in Online-Verlobungen münden kann. Die Täter senden Fotos von attraktiven Frauen oder Männern, die sie zuvor einfach von fremden Internetseiten kopiert haben. Die Betrüger spenden den Opfern über Monate Zuwendung, sind Tag und Nacht für sie da. Ist die Liebesbeziehung erst einmal aufgebaut, folgen mit immer neuen Lügengeschichten finanzielle Forderungen.

Identität eines Generals gestohlen

Im Göttinger Fall hatten die Täter sogar die Identität eines nordamerikanischen Generals gestohlen, um die Frau mit seinen Fotos und einer guten Reputation zu beeindrucken. Das Opfer fiel auf den Schwindel herein und verlor insgesamt 230.000 Euro. Als die Frau den Betrug erkannte, wandte sie sich an die Göttinger Kripo.

Beide Tatverdächtige sitzen nun in Untersuchungshaft. Das Fahrzeug des in Düren Festgenommenen im Wert von rund 50.000 Euro wurde beschlagnahmt. Weitere geplante Betrugsversuche im benachbarten Kassel konnten verhindert werden. Im Zuge der Ermittlungen wurde auch bekannt, dass Opfer über Singlebörsen gezielt in Deutschland, Spanien und den USA gesucht wurden. (mit ots)

Weitere Informationen zu "Love Scam" unter www.polizei-beratung.de

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