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Offenbach Schnäppchen und Liebhaberstück

Beim zehnten Fahrradbasar des Lions-Clubs für einen guten Zweck sind 7000 Euro zusammengekommen.

Radbasar
Gerade Fahrräder für Kinder erfreuten sich am Sonntag großer Beliebtheit beim Radbasar. Foto: Rolf Oeser

Gemurmel füllt die Messehalle, die Uhr zeigt fünf Minuten vor halb eins an. Helfer in gelben und roten Warnwesten sortieren rasch die letzten Fahrräder in verschiedenen Gängen der Halle A3 ein. Hinter rot-weißem Flatterband warten derweil mehrere hundert Menschen gespannt auf den Beginn.

Der Lions-Club Offenbach – Rhein-Main hat für Sonntag zu seinem Fahrradbasar geladen: Eine gute Gelegenheit für die Besucher, zum kleinen Preis an ein Rad zu kommen. Organisator Stefan Rinke geht noch einmal die Gänge mit den Rädern ab, über 700 Fahrräder stehen zum Verkauf.

Dann, nach einer kurzen Ansprache, gibt er das Signal zum Einlass. Für die Besucher gibt es kein Halten mehr, sie stürmen die Ausstellungshalle, das Stimmengewirr schwillt gewaltig an. Und wird bald von Fahrradgeklingel in allen Tonlagen übertönt. Denn die Räder werden genau unter die Lupe genommen, in der Nachbarhalle darf Probe gefahren werden.

Einer der ersten an der Kasse ist Kurt Hüttner. „Das wird ein Geschenk für meine Enkelin, damit sie auch Rad fahren kann, wenn sie mich besucht“, sagt er. Innerhalb von zwei Minuten habe er das Rad gefunden. „Es funktioniert und schaut gut aus, also wird es gekauft“, sagt er. Schnell entschieden hat sich auch Deniz Gündüz. „Das hier gefällt mir gut, das wird gekauft“, sagt er nach Ende der Probefahrt. Schon im vergangenen Jahr war er beim Fahrradbasar und hatte ein Rad erstanden. „Leider wurde es mir geklaut“, sagt er. 50 Euro hat er sich als Limit gesetzt, mit 45 Euro ist sein neues Rad geradezu ein Schnäppchen.

Vom Kinderrad bis zum Rennrad

Vom Kinderrad bis zum Rennrad ist alles vertreten, sogar ein Heimtrainer und ein Einrad werden angeboten. „Die Verkäufer haben uns heute morgen ihre Räder angeliefert und einen Preis bestimmt“, sagt Rinke. Fünf Euro Gebühr fallen an, beim Verkauf fließen zehn Prozent des Verkaufspreises an den Lions-Club. „Wir spenden die Einnahmen für einen guten Zweck“, sagt Rinke. In den vergangenen neun Jahren seien schon rund 53 000 Euro durch den Basar gespendet worden.

„Kinderräder sind besonders gefragt“, sagt Jochen Winter vom Lions-Club. Oft würden die im Vorjahr gekauften Räder beim nächsten Basar wieder verkauft werden. „Die Kinder wachsen ja schnell raus – da ist der Basar eine gute Möglichkeit, günstig an ein Rad zu kommen“, sagt er.

Neben Schnäppchen werden aber auch Elektroräder für mehr als 1000 Euro angeboten oder echte Liebhaberstücke. Etwa ein gut 60 Jahre altes Hollandrad mit Original-Dynamo und Lampe. „Mit 300 Euro ist das sehr fair ausgepreist“, sagt Rinke.

Dass die Messe Offenbach den Fahrradbasar unterstützt, dafür ist Rinke dankbar. „Bis vor vier Jahren hielten wir den in der Tiefgarage der IHK ab – jetzt platzen wir hier schon aus allen Nähten.“ Der Andrang ist groß, eine halbe Stunde nach Verkaufsbeginn herrscht ein nahezu unüberschaubares Gewimmel in der Halle. Ruhiger geht es am Eingangsbereich zu, hier können am Stand des ADFC die frisch erstandenen Räder codiert werden. Auch Donia Bouquichou steht hier an. „Das ist mein erstes Rad“, sagt sie stolz, „ich habe gerade erst einen Radkurs gemacht.“ Innerhalb weniger Minuten hätte sie „ihr“ Rad in der Menge gefunden und sich spontan darin verliebt. „Das schaut toll aus, das ist einfach mein Rad“, sagt sie.

Die Einnahmen kommen in diesem Jahr dem Projekt Deutschsommer zur Sprachförderung von Kindern zugute. Die Spende kann sich sehen lassen, 7000 Euro sind am Sonntag beim Verkauf zusammen gekommen.

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