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Offenbach Neuzugänge im Mittelpunkt

Die Kickers feiern die Saisoneröffnung auf dem Wilhelmsplatz.

Saisoneröffnung der Kickers
Vor der Bühne am Wilhelmsplatz warteten hunderte Besucher auf die Vorstellung der Mannschaft am Sonntag. Foto: Monika Müller

Rot und weiß sind die vorherrschenden Farben am Wilhelmsplatz am Sonntag: Der OFC feierte seinen Saisonauftakt wie jedes Jahr mit einem großen Fest in der Stadtmitte.

Kurz vor 14.30 Uhr herrscht dichtes Gedränge vor der Bühne, gleich wird die Mannschaft erwartet. Für einige der jüngeren Fans eine schier unendliche Geduldsprobe, manche wird etwas quengelig. Gut, dass es rings um den Wilhelmsplatz viele Stände mit Fan-Artikeln gibt. So ein Kickers-Schal oder ein T-Shirt versöhnen den ungeduldigen Nachwuchs rasch wieder.

Auch Lucas aus Mühlheim dauert das Warten auf die Mannschaft zu lange. „Seit letztem Jahr hat er die Kickers für sich entdeckt“, sagt sein Vater und setzt flüsternd hinzu: „Vorher war er eher Bayern-Fan.“ Der angehende Drittklässler wartet auf Autogramme von seiner neuen Lieblingsmannschaft.

Dann endlich ist es soweit, unter lauter Musik betritt die Mannschaft die Bühne. Flaggen werden geschwenkt, Trommeln geschlagen. Besonders die Neuzugänge stehen im Mittelpunkt des Interesses: Wo sie vorher gespielt haben, ist dabei die wichtigste Frage.

Es geht aber auch ruhiger zu an diesem Nachmittag, etwa am Stand des Fan-Museums. Thorsten Franke verkauft kleine Fan-Artikel rund um das 2007 eröffnete Museum oder bietet Patenschaften an. 19,01 Euro – nach dem Gründungsjahr der Kickers – kostet eine Patenschaften pro Jahr. „Wir brauchen jede Unterstützung, so bleibt der Eintritt weiter kostenfrei“, sagt er. Wolfgang Zeferer unterschreibt ohne Zögern eine Patenschaft. „Das muss man einfach machen“, sagt er, „außerdem weiß man hier, wo jeder Euro hinfließt.“

Nebenan stellt sich das Fan-Magazin „Erwin“ vor. Seit 2013 wird es wieder herausgegeben. „Von Fans für Fans“, wie Jörg Briel betont. Zehn Ehrenamtliche sorgen dafür, dass alles rund um die Kickers publiziert wird. „Wir beleuchten das Fan-Leben: Da kommt der Verkauf der Flutlichtmasten ebenso vor wie das Engagement gegen Rassismus und Homophobie“, sagt Briel.

Leider, so fügt er hinzu, gebe es diese Probleme auch im Stadion. „Wie in jeder anderen Stadt auch – und deshalb müssen wir Rückgrat zeigen und dagegen vorgehen“, sagt er. Die Kickers seien aber ein guter Repräsentant für Offenbach, der Verein so etwas wie eine Klammer für die Stadt.

„Wenn ich widderkomm‘, möcht‘ ich die Kickers als deutsche Meister seh’n!“ – diese Aussage von Ludwig Löwenstein in der FR vom 12. Juni 1959 dient als Titel für ein Buch über die Geschichte der Kickers in Offenbach. Im vergangenen Jahr wurde es publiziert, Jochem Wicklaus, einer der Herausgeber, stellt es am Wilhelmsplatz den Fans vor.

Der Bundesliga-Skandal von 1971 wird darin ebenso behandelt wie die Geschichte der jüdischen Kicker beim OFC. „Der Preis ist natürlich unserem Verein angepasst“, sagt Wicklaus und lacht. 19,01 Euro kostet das Buch, natürlich.

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