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Offenbach Kreativ auf andere Weise

Offenbach präsentiert ein ganz eigenes Marketingkonzept für Designer und Werber.

Jonas Pabst demonstriert die etwas anderen Anwendungen. Foto: Oeser

Aufbruchstimmung in Offenbach. Aber „annerster“. Das bedeutet nicht etwa nur „anders“ auf südhessisch, sondern setzt noch einen drauf und meint: „auf besondere Weise anders“. So steht es in der neuen Broschüre „Eine Idee kreativer“, das erste greifbare Produkt der nun anlaufenden Marketingkampagne für die Kreativwirtschaft in Offenbach.

Sich mit der Kreativwirtschaft zu brüsten ist derzeit beliebt in Städten, denen die industriellen Kerne in den Speckgürtel (so sie einen haben) abwandern, nach Osten, Osteuropa oder gleich nach Asien. Was also ist an der Offenbacher Kreativwirtschaft nach Ansicht ihrer Förderer – das sind im Wesentlichen die Stadt und ihre Töchter Stadtwerke-Holding oder Wohnungsbaugesellschaft GBO sowie verschiedene Institutionen wie die Hochschule für Gestaltung (HfG) und die IHK – „annerster“?

Schmales Budget gut nutzen

„Offenbach verfügt über eine Kreativwirtschaft mit Ecken und Kanten, die eine Art Undergroundstimmung ausstrahlt“, so steht es in der neuen Broschüre. Aber hier gebe es nicht nur raue Bereiche, es würden auch bürgerliche Tugenden gelebt, behauptet das Marketingkonzept weiter. Der Gemeinschaft etwas zu stiften ist seit jeher eine bürgerliche Tugend – und die Stiftungsprofessur „Kreativität im urbanen Kontext“, die im Wintersemester an der HfG starten wird, soll auch im Mittelpunkt der Kreativmarketings stehen.

„Mit unserem schmalen Budget können wir uns nicht bundesweit ins Gespräch bringen“, sagte Oberbürgermeister Horst Schneider am Dienstagabend bei der Vorstellung des Konzeptes. 50000 Euro hat dessen Erstellung durch die Offenbacher Werbeagentur Hilt Griesbaum gekostet, 100000 Euro stehen für die Umsetzung im ersten Jahr zur Verfügung. Auf fünf Jahre ist die Kampagne angelegt. Wie viel Geld allerdings in den kommenden Jahren zur Verfügung steht und für welche Maßnahmen es ausgegeben wird, müsse man dann sehen, ergänzt Jürgen Amberger, Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung.

Um die wenigen Mittel möglichst effektiv einzusetzen, beschränkt man sich zunächst auf die erfolgversprechendsten Zielgruppen. Dazu zählen Studierende aus kreativen Studiengängen, um die Offenbach zusammen mit der HfG und der neuen Kampagne künftig verstärkt werden will. Dazu sollen auch Ergebnisse und Aktionen der Stiftungsprofessur genutzt werden – indem etwa Vorlesungen oder Vorträge per Internet-Videoportal Youtube oder Kurznachrichtendienst Twitter zugänglich gemacht werden. Oder HfG-Studierende sich in einem Blog austauschen.

Foren und Gruppen in verschiedenen Online-Medien sollen das kreative Potenzial Offenbachs deutlich machen, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung in Medien und auf Messen für den Akademiker-Nachwuchs diesen in die Stadt locken. Denn ein sehr hoher Anteil der HfG-Absolventen macht sich nach seinem Studium selbstständig. Davon will die Stadt, in der bereits heute rund 1100 Unternehmen der Kreativbranche 4500 Menschen beschäftigen – natürlich profitieren. Ökonomisch, aber auch sozial und kulturell. So dient etwa das Gründerzentrum Ostpol nicht nur der Wirtschaftsförderung – rund 100 Firmen haben hier seit 2006 zeitweise ihren Sitz gehabt, 50 sind es aktuell –, sondern auch der Belebung der früher als Problemquartier verrufenen östlichen Innenstadt. Kein Wunder, dass OB Schneider und Wirtschaftsförderer Amberger am Dienstagabend Aufbruchstimmung verbreiteten.

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