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Oberursel Preiswerte Wohnungen als Hauptaufgabe

In Oberursel wird die Stadtentwicklungsgesellschaft wiederbelebt. Kerstin Giger ist die neue Geschäftsführerin.

Blick über die Altstadt mit Sankt Ursula-Kirche
Bezahlbare Wohnungen sind eines der größten Probleme der Stadt Oberursel. Foto: Rolf Oeser

Der Dornröschenschlaf ist vorbei. Nachdem die Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (Sewo) einige Jahre lang nur noch im Stand-by-Modus gedöst hat, soll die städtische Tochtergesellschaft nun dazu beitragen, möglichst schnell eines der größten Probleme der Stadt Oberursel zu lösen: Es fehlt an bezahlbaren Wohnungen.

Zuständig dafür ist seit 1. September Kerstin Giger als neue Geschäftsführerin und Verantwortliche für den Bereich Projektentwicklung. Der zweite Geschäftsführer Jürgen Funke kümmert sich vorwiegend um Finanzen und Vertragsabschlüsse. Außerdem kann er sich schon in seinem Hauptjob als Geschäftsführer der Stadtwerke über Arbeit nicht beklagen.

Als Immobilienökonomin, Wirtschaftsförderin und Wirtschaftsmediatorin bringe Giger „beste Voraussetzungen“ für den Posten mit, lobt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD). Die 49-Jährige hat zudem gute Kontakte in die Kommunalpolitik – bis vor Kurzem war die CDU-Politikerin noch Stadtverordnete in Oberursel, dem Kreistag gehört sie weiterhin an.

Wichtigste Aufgabe für die neue Sewo-Geschäftsführerin ist neben dem Schaffen von bezahlbarem Wohnraum die Entwicklung des Bahnhofsareals. Noch fehlt zwar der politische Beschluss, wie der Verkehrsführung rund um den Bahnhof künftig aussehen soll, doch erste Flächen könne man auch jetzt schon „anpacken“, findet Bürgermeister Brum. Schließlich handele es sich dabei um „ein ganz wichtiges Entwicklungsgebiet im Zentrum der Stadt“

Der Sewo gehören dort insgesamt 3,5 Hektar. Für eine zeitnahe Vermarktung kämen das sogenannte Gleisdreieck westlich des Bahnübergangs und ein Eckgrundstück an der Lenaustraße, sagt Kerstin Giger. Derzeit herrsche ein „günstiges Investitionsklima“, das habe auch ein Besuch auf der Münchner Immobilienmesse Expo Real gezeigt.

Für die Grundstücke am Bahnhof schwebt ihr eine Konzeptvergabe vor, bei der nicht nur der Preis, sondern das Konzept für die Bebauung zählt. Es hätten sich auch bereits Interessenten gemeldet - für eine Büronutzung oder den Bau von Mikro-Appartements. Noch sei aber nicht endgültig entschieden, in welcher Form die Grundstücke entwickelt werden sollen.

Was den preiswerten Wohnraum angeht, stehen zunächst Flächen am Sportplatz Weißkirchen und an der Mutter-Theresa-Straße auf der Sewo-Agenda. Zu beiden Projekten könne sie aber erst Anfang nächsten Jahres Genaueres sagen, vertröstet Kerstin Giger gestern beim Pressegespräch. Allerdings kann sie sich vorstellen, einen Teil der Wohnungen im Bestand der Sewo zu behalten, die damit erste Schritte hin zu einer echten städtischen Wohnungsbaugesellschaft machen würde.

Für größere Projekte brauche die Sewo aber Partner, betont Kerstin Giger. Dafür kommen aus ihrer Sicht vor allem Genossenschaften in Frage, sagt sie. „Sie sind der Garant, dass das Wohnen auch bezahlbar bleibt.“ Zudem gehe es bei den Vorhaben der Sewo um ein Segment, in dem der Markt allein es nicht richte.

Außer bei den preiswerten Wohnungen sei das auch beim generationenübergreifenden Wohnen der Fall, wo es unter anderem um eine barrierefreie Gestaltung gehe. Erste Gespräche mit Genossenschaften habe sie bereits geführt. „Und ich bin dabei auf offene Ohren getroffen.“

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