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Oberursel 200 Flüchtlinge ziehen in den Norden

Das ehemalige Schulungszentrum der SEB Bank kann schon bald mit bis zu 200 Flüchtlingen belegt werden. Eine Bürgerinfo zu dem Thema gibt es am kommenden Mittwoch.

Das ehemalige Bildungszentrum der SEB. Foto: Renate Hoyer

Auch wenn die Flüchtlingszahlen in den vergangenen Wochen leicht abgenommen haben, so stehen Kreis und Stadt unter erheblichem Druck, Wohnraum für Neuankömmlinge zu schaffen. Offenbar ist man nun einen Schritt weiter. Bürgermeister Hans-Georg Brum und die Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (beide SPD) stellten im Oberurseler Rathaus Pläne vor, nach denen das ehemalige Schulungszentrum der SEB Bank schon bald mit bis zu 200 Flüchtlingen belegt werden kann. Das dreigeschossige Haus steht auf einem 16 000 Quadratmeter großen Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Urselbach. Das Gebäude ist bereits in großer Eile hergerichtet und mit Stockbetten ausgerüstet worden, unter anderem waren auch Feuerwehrleute dafür im Einsatz.

Das Haus, das in zweiter Reihe an der Hohemarkstraße steht, stammt aus dem Jahr 1984 und war erst in den Jahren 2007 / 2008 modernisiert worden. Es wurde allerdings verkauft, nachdem sich die SEB vor fünf Jahren aus dem Privatkundengeschäft in Deutschland zurückzog. Der Architekt und Projektentwickler Dietmar Bücher sicherte sich dann das Grundstück – eigentlich, um das Schulungszentrum abreißen zu lassen und anschließend Eigentumswohnungen zu bauen.

Dieser ursprüngliche Plan liegt jetzt erst mal für mindestens vier Jahre auf Eis. Für diese Dauer hat der Hochtaunuskreis Gebäude und Grundstück von Bücher angemietet.

In der neuen Unterkunft stehen insgesamt 6200 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Zunächst sollen im ersten und im zweiten Obergeschoss Zimmer mit Flüchtlingen belegt werden. 70 Räume stehen dafür parat, die jeweils zwei Menschen und gegebenenfalls noch einem Kind Platz bieten können. Später dann soll eine Reihe größerer Räume im Parterre und im Untergeschoss zu Mehrbettzimmern hergerichtet werden. Das Bildungszentrum biete zudem für Gemeinschaftsaktivitäten und Schulungen noch eine Reihe größerer Räume. Es wird derzeit mit sozialen Trägern verhandelt, die in der Sammelunterkunft gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern Betreuungsaufgaben übernehmen sollen. „Man ist da schon weiter als früher, als es bei Unterkünften nur um einen technischen Betreiber ging“, sagt Brum. Inzwischen sei allen Beteiligten klar, dass auch die Betreuungsaspekte nicht vernachlässigt werden dürften.

Klar ist auch, dass der Druck auf Oberursel vorerst nicht nachlassen wird, Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen und zu finden. Dabei setze die Stadtverwaltung auch auf die Initiative von Vermietern. Sie können sich gegebenenfalls bei Gabriela Wölki im Rathaus melden (siehe Infobox). Mit rund 20 Oberurseler Vermietern ist man sich in den vergangenen vier Monaten schon einig geworden.

Bürgermeister Brum hofft sehr, dass die derzeit als Notunterkunft dienende Turnhalle am Bleibiskopf zum Ende des Winters wieder für Vereine und Schulen nutzbar gemacht werden kann. Denn dann sollten die neuen Erstaufnahmeeinrichtungen in Kronberg und in der alten Kreisklinik in Bad Homburg ihren Betrieb aufgenommen haben.

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