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OB in Offenbach Schwenke soll Schneider beerben

Der frühere Kämmerer Felix Schwenke und Oberbürgermeister Horst Schneider sollen sich über die OB-Kandidatur einig sein.

Gute Freunde: Oberbürgermeister Horst Schneider (r.) und Felix Schwenke bei dessen Amtseinführung im Jahr 2012. Foto: Monika Müller

Die Verbissenheit, mit der die SPD ihren früheren Kämmerer Felix Schwenke (SPD) in den Magistrat hieven und die CDU mit aller Kraft genau dies verhindern möchte, hat es bereits angedeutet: Schwenke ist der Kandidat der Sozialdemokraten für die Oberbürgermeisterwahl im nächsten Jahr. Wie die FR aus zuverlässiger Quelle erfuhr, soll der 37-Jährige ins Rennen um das politische Spitzenamt im Rathaus geschickt werden. Das bedeutet, dass sein Parteifreund Horst Schneider, der seit 2005 Offenbacher Oberbürgermeister ist, nicht erneut antreten wird.

Der Amtsinhaber hatte im April dieses Jahres in einem Zeitungsinterview für Erstaunen gesorgt, als er äußerte, sich „ernsthaft“ zu überlegen, noch einmal zu kandidieren. Diese Ankündigung des 64-Jährigen kam überraschend, weil Schwenke trotz seines jungen Alters schon lange als designierter Kronprinz galt. Allerdings hatte Schneider damals auf die Frage, ob er definitiv antreten werde, ausweichend geantwortet und nur von Überlegungen gesprochen.

Schwenke hatte die Ankündigung sportlich genommen und eine mögliche Kandidatur seines Parteikollegen als positiv gedeutet, weil die SPD „zwei gute Leute hat, die es machen könnten“. Er hatte aber auch klargestellt, dass er seine eigenen Ambitionen keineswegs begraben werde.

Er wies darauf hin, dass er bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen erhalten hatte und ihm in der Öffentlichkeit bescheinigt werde, gute Arbeit zu leisten. Eine Kampfkandidatur Schwenke gegen Schneider hatte er ausgeschlossen. Dem Vernehmen nach sollen sich die beiden Sozialdemokraten auf Schwenkes Kandidatur geeinigt haben. Allerdings wurden die Parteigremien noch nicht informiert. Deshalb ist die angestrebte Lösung auch noch längst nicht „in trockenen Tüchern“, wie es ein Insider formulierte.

Schneider ist bis zum 20. Januar 2018 gewählt. Die Oberbürgermeisterwahl wird wahrscheinlich im Herbst nächsten Jahres stattfinden. Ein Termin steht allerdings noch nicht fest. Möglicherweise wird sie gleichzeitig mit der Bundestagswahl stattfinden. Aber auch über diesen Termin wurde noch nicht entschieden.

Die CDU hat als einzige Partei bislang mit Jutta Nothacker aus Glashütten im Hintertaunus eine Kandidatin benannt, die allerdings noch auf einem Parteitag im Dezember nominiert werden muss. Auch diese Ankündigung war eine Überraschung. Denn als potenzieller OB-Kandidat wurde der langjährige CDU-Fraktionsvorsitzende und seit Juli hauptamtliche Stadtrat Peter Freier gehandelt. Bei dem Pressegespräch mit Nothacker hatte der CDU-Politiker betont, dass er voll hinter dem Personalvorschlag des Parteivorstands stehe. Dass er sich nicht selbst beworben hat, begründete er mit seiner „herausfordernden Position“ als Kämmerer. Dieses Amt erfordere seine volle Kraft und lasse sich nicht mit einem eigenen Wahlkampf vereinbaren.

Offen ist, ob Grüne, FDP und Freie Wähler, die mit der CDU eine Koalition bilden, Nothacker unterstützen werden. CDU-Parteichef Stefan Grüttner hatte dafür geworben. Im Interesse der Koalition sei es hilfreich, wenn die Kräfte gebündelt würden. Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) hat Interesse an einer OB-Kandidatur erkennen lassen. In Offenbach stellt die SPD seit 1947 fast ununterbrochen den Oberbürgermeister. Nur von 1980 bis 1986 regierte mit Walter Suermann ein CDU-Politiker.

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