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NSU-Ausschuss Polizisten mit Kontakt zu Neonazi-Netzwerk

Zwei Polizeibeamte aus Nordhessen sollen Verbindungen zu dem verbotenen Neonazi-Netzwerk „Blood and Honour“ gehabt haben. Einer ist inzwischen pensioniert, der andere noch im Dienst. Beide könnten als Zeugen in den NSU-Ausschuss geladen werden.

Ein Mitglied des verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour“. (Symbolbild) Foto: peter-juelich.com

Ein Zeitungsbericht über mögliche Kontakte zweier Polizisten aus Nordhessen zum Neonazi-Netzwerk „Blood and Honour“ beschäftigt den hessischen Untersuchungsausschuss zur rechten Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Am Dienstag hatte der „Wiesbadener Kurier“ unter Berufung auf eigene Recherchen berichtet, es gebe Hinweise, dass die beiden Polizisten Kontakte zu dem im Herbst 2000 verbotenen Netzwerk unterhalten haben sollen. Einer von ihnen sei inzwischen pensioniert, der andere sei nach wie vor in Kassel im Dienst.

Blood and Honour hatte in Deutschland seit den 90er-Jahren Nazi-Bands vernetzt und Rechtsrock-Konzerte veranstaltet, unter dem Namen „Combat 18“ aber auch einen bewaffneten Arm unterhalten. In Hessen hatte das Netzwerk zum Zeitpunkt des Verbotes zwei offizielle Ableger, die „Sektion Hessen-Süd“ im Rhein-Main-Gebiet und die „Sektion Hessen-Nord“ im Raum Kassel. Auch einige Helfer des NSU stammten aus dem Umfeld von Blood and Honour, bisher ist aber nicht geklärt, ob auch hessische Mitglieder des Netzwerks die Terroristen unterstützten.

NSU-Ausschuss berät weiteres Vorgehen

Wie der „Wiesbadener Kurier“ weiter berichtete, sei an den damaligen Ermittlungen des hessischen Verfassungsschutzes zum Fall der beiden Polizisten auch der frühere Verfassungsschützer Andreas Temme beteiligt gewesen. Temme war seit 1994 für den Geheimdienst tätig und gilt als zentrale Figur für den hessischen NSU-Ausschuss, weil er in zeitlicher Nähe zum Mord an Halit Yozgat im April 2006 in Kassel am Tatort war. Der Mord wird heute dem NSU zugeschrieben. Zeitweilig galt Temme als tatverdächtig, beteuerte aber zuletzt im Mai vor dem Untersuchungsausschuss, von dem Mord nichts mitbekommen zu haben.

Nach Informationen der Frankfurter Rundschau könnten die beiden Polizisten nun nach der Sommerpause als Zeugen in den NSU-Ausschuss geladen werden. Hermann Schaus, Obmann der Linken in dem Gremium, sagte der FR, der Bericht über die beiden Polizisten werfe „viele Fragen auf“. Es müsse geklärt werden, was an den Vorwürfen dran sei – und wie die hessischen Behörden damals reagiert hätten. Es sei schließlich der Auftrag des Ausschusses, „mögliche Versäumnisse im Umgang mit rechter Gewalt und rechten Strukturen aufzuklären“.

Am kommenden Montag will der NSU-Ausschuss in einer nicht-öffentlichen Sitzung über sein weiteres Vorgehen beraten.

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