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NPD-Politiker Jagsch Auch Busfahrer half Jagsch

Neue Erkenntnisse zum Unfall des NPD-Politikers Jagsch: Nicht zwei Flüchtlinge, sondern ein Flüchtling und ein Busfahrer haben Jagsch geholfen.

Stefan Jagsch bei einer Pegida-Kundgebung an der Frankfurter Hauptwache im Mai vergangenen Jahres. Foto: peter-juelich.com

Der hessische NPD-Politiker Stefan Jagsch ist nach seinem Autounfall vor zwei Wochen offenbar nicht von zwei Flüchtlingen, sondern von einem syrischen Flüchtling und einem Busfahrer aus seinem Wagen geborgen worden. Wie eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Gießen der Frankfurter Rundschau nach Rücksprache mit dem betreffenden Busunternehmen sagte, hätten der Fahrer und der Flüchtling gemeinsam Erste Hilfe geleistet. Das Unternehmen selbst wolle in der Öffentlichkeit nicht genannt werden, hieß es.

Stefan Jagsch, Spitzenkandidat der rechtsextremen NPD bei der Kommunalwahl Anfang März in Altenstadt, war gegen 9 Uhr auf der B521 zwischen Altenstadt und Büdingen von der Fahrbahn abgekommen und frontal gegen einen Baum gefahren. Dabei wurde der 29-Jährige schwer verletzt, er musste stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Am Unfallort waren zufällig zwei Kleinbusse vorbeigekommen, mit denen eine Gruppe von Geflüchteten von der Erstaufnahmeeinrichtung in Büdingen nach Gießen gefahren wurde, um anschließend zur Unterbringung in andere Kommunen verteilt zu werden. Wie die Sprecherin des Regierungspräsidiums Gießen jetzt unter Berufung auf das Busunternehmen schilderte, seien ein Fahrer und einer der Flüchtlinge Jagsch zu Hilfe gekommen.

Der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Büdingen, der kurz nach den ersten Rettungskräften vor Ort eingetroffen war, hatte der FR zunächst berichtet, dass es zwei Flüchtlinge gewesen seien, die den NPD-Politiker aus dem Auto gezogen hätten. Die Polizei hatte bestätigt, dass ihr entsprechende Schilderungen von Augenzeugen vorlägen. Der erste FR-Bericht über den Unfall, in dem es hieß, dass die Erste Hilfe für Jagsch von syrischen Flüchtlingen gekommen sei, war vergangene Woche von vielen Zeitungen aufgegriffen worden und hatte letztlich ein weltweites Medienecho ausgelöst.

Anfang dieser Woche hatte dann der Blogger Ramin Peymani aus Kelkheim unter Bezugnahme auf anonyme Quellen behauptet, zwei Busfahrer hätten Jagsch geholfen, nicht Flüchtlinge. Der FR hatte Peymani vorgeworfen, aus ideologischen Gründen falsch über den Unfall berichtet zu haben.

Nachdem sein Blogtext auch über Facebook, die Online-Seite „Eigentümlich frei“ und das islamfeindliche Netzportal „Politically Incorrect“ verbreitet worden war, hatten sich viele empörte Internetnutzer bei der FR gemeldet und der Redaktion „Lügen“ vorgeworfen.

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