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Nidderau Stadt wächst weiter

In Nidderau sind weitere Bauprojekte geplant. Für den Ausbau der Konrad-Adenauer-Allee macht der Bürgermeister derweil einen kostengünstigeren Vorschlag.

Gestaltung der Konrad-Adenauer-Allee
An der Adenauer-Allee soll es künftig auf beiden Seiten Platz für Radler und Fußgänger geben. Foto: Rolf Oeser

Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) schaut zufrieden auf die „Neue Mitte“ Nidderaus. Auf das Zentrum, das die Stadtteile Windecken und Heldenbergen verbindet, „haben wir mehr als 15 Jahre hingearbeitet“, sagt Schultheiß, der seit 20 Jahren im Amt ist. Statt einer Ackerfläche gibt es hier nun gut 120 Grundstücke mit Passivhäusern und das „Nidder Forum“, ein Einkaufszentrum mit etwa 20 Läden, auf dessen Areal auch das städtische Familienzentrum angesiedelt ist. Schultheiß sagt, er sei froh über das lange angestrebte „Zusammenwachsen der Ortsteile“ und die Belebung.

Nidderau wandelt sich wie kaum eine andere Stadt dieser Größe im Rhein-Main-Gebiet. Vor zwei Jahren wurde – nach jahrzehntelanger Debatte – die Ortsumgehung eröffnet, im darauffolgenden Jahr das Nidder Forum. Im Stadtteil Eichen entsteht eine Multifunktionshalle, die im kommenden Jahr fertig sein soll. In Nidderau-Ostheim wird in der Mühlweide ein neues Baugebiet erschlossen; in der Neuen Mitte errichtet das Unternehmen Bonova mehrgeschossige Bauten mit 80 Wohnungen, während Investor Werner Dietz aus Schotten in der Nähe etwa 30 neue Wohneinheiten plant.

Dieses Wachstum erhöht die Anforderungen an die Infrastruktur. Im Zentrum ist die vielbefahrene Konrad-Adenauer-Allee, zwischen Rathaus und Beethovenallee, von großer Bedeutung. In der Gegend liegen auch das Schwimmbad und die Bertha-von-Suttner-Schule. Bislang war geplant, die Hauptstraße umfassend umzugestalten und dafür etwa 1,7 Millionen Euro auszugeben.

Die Fahrbahn sollte breiter werden und Platz für neue Fuß- und Radwege bieten, die Bushaltestelle an der Bertha-von-Suttner-Schule an die Adenauer-Allee verlegt werden. Doch jetzt schlägt Schultheiß zusammen mit dem Ersten Stadtrat Rainer Vogel (Grüne) stattdessen eine deutlich kleinere Lösung vor, die lediglich etwa 250 000 Euro kosten soll. In den kommenden Wochen sollen die Gremien darüber entscheiden, sagt der Bürgermeister.

Schultheiß und Vogel plädieren dafür, es im Wesentlichen bei einem neuen Fuß- und Radweg von der Beethovenallee und dem Nidder Forum zu belassen, der eine Lücke schließen würde. Zudem sollen Kreisel erneuert werden. „Wir haben die Verkehrssituation ein Jahr lang beobachtet“, sagt Schultheiß. Die Straße mit ihren Übergängen und Zufahrten funktioniere. Größere Veränderungen seien deshalb nicht notwendig. Nach Angaben von Schultheiß haben vor der Ortsumgehung etwa 17 000 Autos täglich die Adenauer-Allee genutzt, mit der Umgehung nur noch 7000. Seit Eröffnung des Forums sei die Zahl wieder auf 10 000 gestiegen. Unfälle gebe es jedoch so gut wie gar nicht.

Auch die Finanzen dürften bei dem Vorschlag eine wichtige Rolle spielen. Der Doppelhaushalt sieht eine schwarze Null vor, darüber hinaus will Nidderau seine Kassenkredite weiter abbauen; zuletzt wurden sie von etwa 30 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro reduziert. Dabei profitiert die Stadt auch von ihrem Wachstum: Zum einen hat Nidderau bereits 100 Grundstücke in der Neuen Mitte verkauft, zum anderen bringen die rund 800 Neubürger Einnahmen aus der Einkommensteuer. Schultheiß geht davon aus, dass die 20 000-Einwohner-Marke bald wieder überschritten wird.

Andererseits möchten die Neubürger, darunter viele junge Familien, gute Bedingungen vor Ort. Schultheiß will deshalb weiter in die Kitas investieren und die Hortbetreuung verbessern, an der es mangelt.

Der Bürgermeister betont, er lege Wert auf ein „verträgliches Wachstum“. In den 90er Jahren sei Nidderau innerhalb kurzer Zeit so rasch gewachsen, dass nicht alle Bereiche Schritt halten konnten mit der Entwicklung.

Ein eigenes Wohnprojekt will das Rathaus aber so schnell wie möglich vorantreiben: Ungefähr 1,3 Millionen Euro sind für geförderte Wohneinheiten eingeplant, denn bei der Stadt sind 80 Nidderauer registriert, die händeringend eine günstige Wohnung suchen.

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