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Neonazi Bernd T. Kassel Kasseler Neonazis müssen in Haft

Bernd Tödter und drei Kameraden seiner Gruppe „Sturm 18“ sind zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Der 41-Jährige muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Das Landgericht in Kassel hat Bernd Tödter und drei Kameraden seiner Gruppe „Sturm 18“ verurteilt. (Symbolbild) Foto: dpa

Der bekannte Kasseler Neonazi Bernd Tödter ist wegen Freiheitsberaubung, Nötigung und Anstiftung zur Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Kassel sah es am Montag als erwiesen an, dass der 41-Jährige gemeinsam mit Mitgliedern seiner inzwischen verbotenen Neonazi-Kameradschaft „Sturm 18“ einen Mann eine Woche lang gegen seinen Willen festgehalten hatte. Tödter, der sich selbst gern „Präsident“ der Gruppierung nennt und von seinen Kameraden bedingungslosen Gehorsam verlangt, habe den Mann im April vergangenen Jahres von seinen Mitstreitern schlagen und misshandeln lassen, damit dieser Mitglied bei Sturm 18 bleibe, so die Richter. In dem Ende März begonnenen Prozess war es außerdem um Misshandlungen weiterer Menschen gegangen, die die Neonazi-Gruppe laut Anklage verlassen oder ihr gar nicht erst beitreten wollten.

Der als extrem gewalttätig geltende Tödter, der mehrfach vorbestraft ist und derzeit eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten wegen Körperverletzung absitzt, habe seine „Rechtsfeindlichkeit deutlich gezeigt“, sagte der Vorsitzende Richter. Mit seinem Urteil blieb das Gericht nur knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die zwei Jahre und neun Monate Gefängnisstrafe für Tödter verlangt hatte. Sein Anwalt hatte gefordert, Tödter lediglich wegen unerlaubten Fahrens ohne Führerschein zu verurteilen.

Drei der fünf mitangeklagten Mitglieder von Tödters Kameradschaft müssen ebenfalls in Haft: Das Landgericht verurteilte Christine P., die bereits zuvor auf Tödters Befehl Gewalt ausgeübt hatte, zu einem Jahr und acht Monaten Haft. Eine weitere Neonazistin bekam ein Jahr und einen Monat Freiheitsstrafe, ein dritter Kamerad von Tödter eine Gesamtstrafe von fünf Jahren und acht Monaten – fünf Jahre davon stammen bereits aus einem älteren Verfahren.

Eine weitere Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen verurteilt. Der letzte Angeklagte, der vor dem Prozess ein umfassendes Geständnis abgegeben hatte, kam mit einem Jahr und neun Monaten Freiheitsstrafe davon. Sie wird zur Bewährung ausgesetzt. (mit dpa)

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